Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei in Italien vom Wiederaufleben der Kunst bis Ende des achtzehnten Jahrhunderts
Person:
Lanzi, Ludwig Wagner, Adolph Quandt, Johann Gottlob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1283299
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1288333
Zweiter 
Zeitraum. 
Raffael 
und 
seine 
Schale. 
399 
ses Meisters angegeben. Dort ist von ihm in der Collegien- 
kirchc eine schöne Himmelfahrt der Marie; eine andere in Fal- 
lerone; zwei zu Sarnano in der Kirche seiner Mönche, nennt 
P. Civalli, seiner Aussage nach sehr sehätzbar und Reif- 
faelisch. Dieser Künstler, von welchen ich in Piceno bis 
1529 Nachweisungen linde, kommt mir in Umbria 1533 wieder 
entgegen, wohin er, als sein Sohn Lattanzio schon als 
Stadtvoigt von Perugia angestellt war, sich begeben und im 
Auftrag das Bild der ("apelle degli Oddi in der Kirche der 
Convcntualen, wie wir schon sagten, gemalt zu haben Scheint. 
Laut Vertrags sollte mit ihm Paparelli arbeiten, der also 
als Gehülfe angesehen werden musste, weil er als zweiter ge- 
nannt und von Vasari bei andern Gelegenheiten auch in die- 
ser Stellung erwähnt wird. Da jedoch geschichtlich nichts 
weiter, als der Vertrag über dies Gemälde, bekannt ist, so be- 
gnüge ich mich, zum Andenken dieses so löblichen und den- 
noch soviele Jahre der Geschichte unbekannten Künstlers hin- 
zuzufügen, dass er noch in dem erwähnten Jahre malte. 
Ob er aus Raffaelßs Schule stamme, oder ob dies nur ein 
in seiner Heimat mit der Zeit verbreitetes Gerücht sei, wel- 
ches auf sein Alter und scinen Styl allein sich gründet, ist 
eine Frage, die nur mit sicherem Urkunden, als denen, die 
wir haben, zu entscheiden wäre. Ich lobe Lazzari, der von 
F. Bern ardo Catelani, einem Urbiner, welcher zu Cagli 
in der Capuzinerkirche das Hochaltarbild malte, sagt, er habe 
darin in Raffaelschcm Style gemalt, nicht aber ihn für sei- 
nerq Schüler ausgiebt.  
Marcantonio Raimondi, hat man behauptet, habe 
nach RaffacF Skizzen gut, ja zur Bewunderung des Mei- 
stcrs selbst gemalt. Wie uns Malvasia dies überliefert, lasse 
ich es dahin gestellt; mir scheint es zweifelhaft und unge- 
wiss. Arm enini setzt auch in diese Schule Scipione 
Saeco, einen Maler von Cesena; Orlandi den Don Pie... 
tro da Bagnaja, von welchen bei Romagna die Rede geyn 
wird. Einige haben auch Bernardino Lovino dazu ge- 
rechnet, Andere Baldassare Peruzzi; Meinungen, "die wir 
widerlegen. Befremdlicher ist un die Vermuthung des (19113 
Valle vorgekommen, dass Corcggio dieser Schule angcrciht 
werden könne, wol bei den Gemälden der Siiulenhalle gebraucht
        

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