Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei in Italien vom Wiederaufleben der Kunst bis Ende des achtzehnten Jahrhunderts
Person:
Lanzi, Ludwig Wagner, Adolph Quandt, Johann Gottlob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1283299
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1288327
2,98 
Drittes 
Buch. 
Römische 
Schule. 
gewöhnlicher spricht, eine Nelke zu malen, vielleicht um auf 
seinen Namen hinzudenten. Unter RaffaePs von Vasari, 
oder auch Titi und T aja angeführten Werken, woran Jiing- 
linge mit arbeiteten, ist keines angeführt, woran Garofalo 
Theil hätte. ' 
An der Fabel der Psyche nennt Titi als Gehülfen Gnu- 
denzio Ferrari, von welchem jedoch, als Haupte der Mai- 
länder, in einem andern Buche die Rede seyn wird. Nach 
einiger minder alten Schriftsteller Zeugnis sagt Orlandi, er 
habe mit Sanzio an Torre Borgia gearbeitet, und lässt ihn 
früher Schüler des Scotto und Perugino seyn. In Florenz 
und anderwärts in Unteritalien zeigt man von ihm einige höchst 
zierliche Bilderchen auf, welche einen Anhauch aus dem funf. 
zehnten Jahrhundert haben, jedoch nicht von der Peruginer 
Schule. Von diesen Gemälden werden wir anderswo sprechen; 
hier bemerke ich nur, dass ich in der Lombardei, wo er lebte, 
auch nicht ein Bildchen in diesem Geschmacke unter Seinem 
Namen gesehen; Raffaelisch ist er stets und den Vorzüg. 
lichsten der Römischen Schule nah. 
Vasnri erwähnt auch Jacomone da. Faenza; dieser 
copirte RaffaePs Werke und bildete sich daran zum Ertin- 
der. Er blühte in Romagna, und von ihm will man den 
RaffaelschenGeschmack herleiten, der sich schnell in die_ 
sem. Striche Italiens verbreitete. Vasari und Baldinucci 
handeln von ihm. Zu seiner Zeit wollen wir ihn näher zu 
schildern suchen. 
Ausser den genannten Schülern oder Gehülfen Raffaelßg 
gedenken die Geschichtschreiber mehrerer anderer, von welchen 
ich hier ein kurzes Verzeichnis gebe. Pistoja, Schüler des 
Fattore, wahrscheinlich auch mit ihm an Sanzio's Wer- 
ken arbeitend, wie Rnffaellino del Colle mit Giulio, 
wird von Baglione ein Schüler llaffaePs genannt, und 
auf dessen Zeugnis auch von Taj a. Von ihm ist bei den 
Toscanern gehandelt worden und wird bei Neapel wieder die 
Rede seyn, wo wir denn auch Andrea da Salernß finden 
werden, nls Ersten derSchule, welchen Dominici als Raf- 
faeVs Schüler nachweiset. 
In Coluccihs Jllemorie di Jllonte Rulbiano S. 10 wird 
auch Vincenzo Pagani, dasclbst geboren, als Schüler die-
        

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