Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei in Italien vom Wiederaufleben der Kunst bis Ende des achtzehnten Jahrhunderts
Person:
Lanzi, Ludwig Wagner, Adolph Quandt, Johann Gottlob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1283299
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1288317
Zweiter 
Zeitraum. 
Baffael 
und 
keine 
Schule. 
397 
Franeia abgelegen, in seine Vaterstadt, und ging von dort 
zlu der Akademie über, welche Baffael, sein Landsmann und 
Verwandter, im Vntiean eröffnet hatte. Er half ihm'an den 
Sibyllen in der Kirche deila Paee, wovon er die Cnrtons be- 
hielt; und nicht gar lange darauf kehrte, er, gleichviel aus 
welchen Gründen, wieder nach Urbino zurück und lobte dort 
noch viele Jahre bis an seinen Tod. Er hatte eine Manier 
nach Rom gebracht, die ziemlich viel vom fünfzehnten Jahr- 
hundert hat, wie einige seiner Madonnen im Hause Bonavcn- 
tura, im Capitel zu Urliino, und zu Pesaro bei den Conven- 
tualen in der Wiederlindung des Kreuzes beweisen. Er ver- 
vollkommnete sie unter Raffael, und nahm viel von seiner 
Anmuth, seinen Stellungen und seinem Colorit an; blieb jedoch 
stets ein beschränkter Erfinder, und bei einer gewissen Zag- 
heit des Pinsels genauer, als grossartig. Die Empfängnis bei 
den Osservanti zu Urbino, das Aioli me langer-e in der Kirche 
S. Angele zu Cagli sind vieläcicht seine besten Werke. Pie- 
tro della Vitc, angeblich "sein Bruder, malte in gleichem 
Style, aber schlechter; vielleicht ist dies der Prediger von Ur- 
bino, RaffacPs Verwandter und Erbe, von welchem Baldi- 
nucci im 5ten Bande handelt. Letzterer behauptet auch im 
4ten, dass die Künstler des Urbinischen Gebiets unter Raf- 
fael's Schüler einen gewissen Crocehia rechneten, und ein 
Gemälde von ihm bei den Capuzinern in Urbino aufzcigten. 
Hierüber kann ich weiter nichts beibringen. 
Gleicherweise hielt sich kurze Zeit bei Sanzio Garc- 
falo, oder Benvenuto Tisi da Ferrara auf; aber 
dies reichte hin, ihn zum Ersten seiner Schule zu machen, 
wie wir seiner Zeit sehen werden. Er ahmte von Raf- 
facl Zeichnung, Züge, Ausdruck, auch viel im Colorit nach; 
nur hatte er ausserdem noch etwas Feuriges und Starkes, das 
aus seiner Schule herzurühren scheint. Rom, Bologna und an- 
dere Stiidte Italiens haben von ihm eine Menge kleiner Bil- 
der nach evangelischen Geschichten. Sie sind von verschiede- 
nem Wcrthe und nicht alle von ihm allein gemalt- ln grossen 
Biidern ist er ausgezeichneter; die Galleric des Fürsten Chigi 
hat sehr viele. Seine Heimsucbuilg im Palast Doria ist eines 
der schönsten Stücke der reichen Sammlung. Dieser Künstler 
pflegte auf seine Bilder ein Veilchen, oder, wie man in Italien
        

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