Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei in Italien vom Wiederaufleben der Kunst bis Ende des achtzehnten Jahrhunderts
Person:
Lanzi, Ludwig Wagner, Adolph Quandt, Johann Gottlob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1283299
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1288246
390 
Drittes 
Buch. 
Römische 
Schule. 
nicht beseelt genug waren. N:xcl1tl1eiligei' noch ist Andern das 
Copiren moderner Heiligenstundbilder gewesen; eine Ucbnng, 
welche der Malerei andüchtige Gebärden, Faltenpartien an 
Mönch- und Priesterkleidern und anderes Bräuchliche erleichi- 
tert, das sich nn alten Marmorbildern nicht iindetl Da jedoch 
in diesen letzten Jahrhunderten die Bildnerei mehr in Verfall 
gerathen, so hat sie den Malern nicht sonderlich nützen kön- 
nen; ja sie hat wol Viele zum Manierirten verleitet, wenn sie 
ihre Gewänder, wie Bernino und A1 gardi, in Falten schla- 
gen wollten. Mögen diese Männer immerhin gross seyn, in 
Rom hätten sie auf Malerei keinen Einfluss haben sollen. Ge- 
wölmlich ist die Erfindung in dieser Schule richtig, die Zusam- 
menstellung und Anordnung verstündig, das Costume gut beob- 
achtet, die Verzierung leidlich; ich rede von den Oelmalern; 
denn die Wandmaler müssen besonders betrachtet werden. 
Die Färbung ist im Durchschnitt nicht die lebhaftcste und 
nicht die schwächste, indem doch immer die Lombarden oder 
Niederländer eintraten und verhinderten, dass sie nicht durch- 
aus vernachlässigt ward. 
Kehren wir nun dahin zurück, wovon wir ausgingen und 
zeigen die Grundsätze dieser Schule bis zum neuen Zeitraume 
auf! Raffael beschäftigte immer sehr Viele, die er unter- 
stützte und unterwies. Daher ging er nie nach Hofe, 01m3 
dass ihn nicht fünfzig, lauter tüchtige Maler begleitet hätten, 
wie Vasari berichtet. Jeden brauchte er, wozu er gut war; 
einige kehrten, wenn sie genug gelernt hatten, in ihr Vater- 
land zurück, aridere blieben immer bei ihm, hielten sich auch 
nach seinem Tode in Rom auf und waren die ersten Keime 
dieser Schule. Das Haupt Allcr war Giulio Romano, den 
R. nebst Gio. Francesco Penni zu Erben eingesetzt hatte, 
welche also die vom Meister übernommenen Werke vollende- 
ten. An sie schloss sich Perin del Vaga durch eine Ver- 
bindung mit einer Schwester Penni's nur um so fester; und 
an diese wieder einige andere, die R. gedient hatten. Anfangs 
machten sie nicht viel Glück; denn da, nach Vasari, durch 
Michelangelfs Begünstigung dem F. Sebastiano der 
erste Rang in der Malerei allgemein zuerkannt wurde, so stan- 
den Rfs Schüler nach. Dazu kam der Tod Leo's X. im Jahr 
1521, und die Erwählung Adriane VL, der gar keinen Kunst-
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.