Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei in Italien vom Wiederaufleben der Kunst bis Ende des achtzehnten Jahrhunderts
Person:
Lanzi, Ludwig Wagner, Adolph Quandt, Johann Gottlob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1283299
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1288221
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Drittes 
Buch. 
Rönaische 
Schule. 
nehaft, Elemente, Tliiere, Gebäude, Werkhiiuser, jedes Nicnsvhon- 
alter, jeden Stand, jede Leidenschaft, alles umfasste er mit sei_ 
nein göttlichen Geiste, alles gab er schöner wieder. Hätte er 
nur länger gelebt, wenn auch nicht so lange, wie Tizian , 
oder Michelangelo, wer möchte sagen, wie weit er die 
Kunst noch geführt hätte? WVer IHÖClllIC auch sagen, welclV 
ein Baukiinstler und Bildner er geworden wäre, wenn er sich 
auf diese Künste gelegt hätte, da es ihm in den wenigen Pro- 
ben, die er davon gegeben, so schön gelungen? 
In Genrüldesanlnllunge-n findet man eine ziemliche Anzahl 
heiliger Bilder, besonders Madonnen mit dem Christkinde und 
auch mit andern aus dieser anbetungswiirdigen Familie. Sie 
sindlin den drei beschriebenen Stylen; der Grossherzog von 
Toseana hat von jedem eine Probe, und am meisten bewundert 
wird die Madonna della Seggiola "j. Ueber diese streitet 
man nicht selten, ob es Ur- oder Abbilder seien, weil sie drei-, 
fiinf-, zehnmal wiederholt "vorkommen. Dasselbe gilt von an_ 
dern Cabinetstücken, namentlich vom heil. Johannes in der 
jWüste in der Galleriß zu Florenz, welches in und ausser lm_ 
lien in niehrern Bildersanrmlungexr vorkommt. S0 musste es 
aber auch in einer Schule erfolgen, wo dies das gewöhnlichem 
Verfahren war: 3- zeichnete, Giulio sklzzirte, der Meister 
vollendete mit einer Ausführung, dass man zuweilen, so zu 
sagen, die Haare zählen kann. Waren die Bilder so vollen- 
det, so machten die Schüler, deren immer viele von zlveitenl 
ein Sollen durch Vernunft gefordert werden, Freilich ist die Kunst 
ein Seyn der Erscheinung durch rein Wollen und insofern auch frei. 
aberhuch wegen des Scheins von Realität an Bedingungen des Ver- 
llandes und der Sinn-iiiclnkeit gebunden.  
70) Gestochen von M orghen. Drei Figuren, die zu leben schei- 
nen, U. L. F., das Jesuskind, der kleine Johannes. R. scheint zu 
diesem Bilde mehrere Studien gemacht zu haben, wovon eine ohne 
Jnhaiineu einige Zeit in Udine war. Bei den Herren Caliunini di 
Recunati sah ich ein Abbild, angeblich von Baroccio; aus m; 
ner Schule kann es wenigstens seyn. Ein ähnliches Stück sah ich 
auch im Hause Olivieri zu Pesaro und in Cortuna. in einer andern 
Familie, an welche es durch eine Erbschaft aus Urhino gekommen 
seyn soll; man hiell. es für R, Die Ziige der Figuren sind min. 
der Schön, die Tinten minder warm. Es sind runde Bilder, in 
grösserm Rund, und mit einiger Abwechselung; eine biliederholuxig 
davon sah ich in der Sacriulei den heil, Ludwigä der Franzosen in 
Rom, und im Palast (äiustiniani. L.
        

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