Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei in Italien vom Wiederaufleben der Kunst bis Ende des achtzehnten Jahrhunderts
Person:
Lanzi, Ludwig Wagner, Adolph Quandt, Johann Gottlob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1283299
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1288179
Zweiter 
Zeitraum. 
Raffael 
und 
seine 
Schule. 
383 
liche und von selbst sich bietende Anmuth, die erkünstelte und 
gesuchte widert 63).  
Gehen wir nun zum Colorit über, so steht Raffael dem 
Tizian und Coreggio nach 64), übertrifft aber Michel- 
angelo und eine Menge anderer Künstler 65). In Wandge- 
mälden wird er unter den Ersten anderer Schulen, gerühmt; 
nicht so in Oelgemülden: in diesen bediente er sich der Um- 
risse des Gi-ulio, die etwas hart und zaghaft waren, und wie- 
wol R. sie wieder überging, verloren sie doch oft den Glanz 
der letzten Hand. Dieser Fehler trat damals nicht so hervor, 
und hätte R. länger gelebt, so hätte er wol selbst bemerkt, 
wie seine Bilder durch die,Zeit litten und hätte sie nicht so 
leicht übergangen, wie er pflegte. Auch wird er ins den ersten 
Bildern des Vatieans, die er unter Julius ll. malte, mehr ge- 
lobt, als in denen unter Leo X., als ob mit zunehmender Ar- 
beit und Streben nach grossem Style Farbenauftrag und Tin- 
tengebnng abgenommen hätten. Dass er aber auch in diesen 
trefflich war, zeigen seine Bildnisse, wo er nicht mit Eriindung, 
Zusammenstellung, Anmuth, ldcalschönheit prachten konnte 
und mithin sich im Colorit hervorthun zu wollen schien. Hierin 
sind gewiss die beiden Bilder Julius lL, des Mediceers und 
Corsinianoü, und das.Leo's X. zwischen zwei Cardiniilen merk- 
würdig; vor allen aber, nach eines Kenners,wieReifenstein's, 
Urtheile, das des Bind o Alt o viti"; bei seinen edlen Abkömm- 
x 
53) Hierher kann auch die von Rahl gest. heil. lllargaretha all 
Beleg gezogen werden, wovon I. Ifunszbl. 1820. N, 46. Q. 
54) Wieder ein dePilesscher und Mengsiscber Vergleich! 
Q.  
05) Uehrigens ist dies nicht einmal wahr; denn die (von Pie. 
paImul-Olj hm-gelellle. S. Ifunxll-I. 1820. N. 12) Fbrnarinai im 
Palast Bßrberixii, die sogenannte llornarina in der 'l'rlbune zu Flo- 
renz (gest. v. R. Morghen) und viele andere Porlraits, z. B. du] 
des Papstes mit den Cardinälen, sind so trelilich culurirt, als irgend 
ein Bild von Tizian, und wäre die Transliguration nicht an vielen 
Stellen nachgednnkelt, so wäre es im Colorit gewiss allen Gemälden 
des Coreggio gleich zu stellen. Das Nßchdunkeln ist aber kein 
Fehler des Colorils, sondern der materiellen Farbe. Q. 
 G0) Dieses ausserordentliche Gemälde, 'von einer unüberlrefllichen 
Wahrheit, Kraft und Schönheit des Coluriln, belindet sich jetzt im 
Besitz des Königs von Baiern. Raftael Morghen hat es sehr 
sorgfältig in Kupfer gestochen; jedoch haben die edlen, schwermüthig 
und feurigen lüge dieses Bilduiuei im Stiche an Kraft und innerer,
        

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