Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei in Italien vom Wiederaufleben der Kunst bis Ende des achtzehnten Jahrhunderts
Person:
Lanzi, Ludwig Wagner, Adolph Quandt, Johann Gottlob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1283299
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1288139
Zweiter 
Zeitraum. 
Haifa el 
und 
seine 
Schule. 
379 
Nackte so gut als Michelangelo, sich zum Theil um seinen 
giltcn Namen gebracht. Vielmehr hat er gerade am den beiden 
Jiinglingen im Burgbrande, die Vaari tadelt, dem einen, der, 
dem Tode zu entfliehen, sich von der Mauer herablüsst, dem 
andern, der den Vater auf seinen Schultern trägt , nicht allein 
gezeigt, dass er das gesammte Verhältnis der Musireln und die 
dem Maler nöthige Anatomie gar trefflich verstand, sondern 
auch zugleiph belehrt, wo dieser Styl anwendbar ist ohne 
Schaustellung, nämlich an riistigen Gestalten und in gewalt- 
samen Handlungen. Ausserdem bezeichnete er gewöhnlich im 
Nackten die Haupttheile; die übrigen deutete er, nach dem 
Beispiel der guten iAlten, an, und wenn er allein arbeitete, 
grbeitete er auch vortrefflich. S. Bellbri. a. W. S. 223. und 
die Anmerkungen zu JVIengs Tle. II. S. 197 vom Ritter 
Az z ar a. . 
lm Zartcn ward er von Einigen mit den Griechen ver- 
glichen. Dies ist aber übertrieben. Agost. Carucci stellt 
ihn als Muster der Symmetrie auf; und darin kommt er den 
Alten näher, als Andere, bis auf die Hände, sagt Menge, 
Welche selten an alten Standbildern erhalten sind, wo es ihm 
also an Vorbildern fehlte 55). Er sah das Schöne aus dem 
Wahren heraus, und malte es, wie Mariette, der vielZeich- 
nungen von ihm hatte, bemerkt, mit allen seinen Unvollkom- 
mellhßitß" "MIR die er dann theilweisc verbesserte, wenn er 
Hand im die Zeichnung legte. Mehr als Einer suchte er, die 
19155993 zu vollenden: 11ml aus einem Briefe an Castiglione 
über die Gniathe im Palast Chigi, oder der Farnesina, erhellt, 
wie eifrig er das Beste aus der Natur wäihlte und durch die 
Idee zu vollenden strebte 55). Er bediente sich dabei seiner 
Bäckerin, deren Bildnis ehmals im Hause Barberini von Ruf- 
55) Höchst unverltändige Meinung! Woher haben 68m1 
Künsller die Vorbilder! Dach wul aus dem gelllöillßßllitfll 
Schönheil, der für Alle zu jeder Zeit Iliessl. Q. 
die antiken 
Urquell der 
5G) "Ich meine, unter der Bedingung, dass lhr bei mir wärst, das 
Beste auszusuchen; du. es aber an guleu Kuuulrichlern und schönen 
Frauen gebriclnt, so folge ich einer gewissen Idee, die mir in den 
Siun kam" Lw. Pitt. T. I. p. S4. IL.  Nur nicht die eigene 
unklare ldeensuheu zu rechtferügen, hätte Rumohr an dieser Stell: 
deuteln sollen, W.
        

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