Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei in Italien vom Wiederaufleben der Kunst bis Ende des achtzehnten Jahrhunderts
Person:
Lanzi, Ludwig Wagner, Adolph Quandt, Johann Gottlob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1283299
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1288073
Zweiter 
Zeitraum. 
Ralfael 
und 
seine 
S011 uIe. 
373 
Beweis ist der Jonas 4') in der Madonna del Popolo in der Ca- 
pelle Chigi, der. unter seiner Leitung, von L orenzetto ge. 
fertigt, keine der schönen Griechischen Statuen beneiden darf, 
wie Bottari sagt. Besonders merkwürdig waren die Teppiche 
für die päpstliche Cnpellc, wo die Hnuptereignisse aus den 
Evangelien und der Apostclgeschichte davqcstellt waren. Raf- 
'fael machte und malte die Cnrtons d; die in den Nieder- 
landen ausgeführt, später nach England kamen, wo sie noch 
jetzt sind 43). Auch in diesen Teppichen hat die Kunst ihr 
Höchstes erreicht, und gleich Schönes hat die Welt seitdem 
nie wieder gesehen. Sie wcrilcn jährlich einmal zum Fron- 
leichnamsfeste in der grossen Siiulenhalle der Peterskirche aus- 
gestellt 44), und wunderbar ist zu sehen, wie auch das Volk 
diese Bilder immer mit neuer Gier und neuem Entzücken be- 
trachtet. Dies Alles aber wäre zu jener Zeit ausserhalb Rom 
ganz unbrauchbar und nutzlos gewesenthiitte Rnffaei nicht 
mittels liupferstichs die Idee den Auswärtigen mitgetheilt. 
YVir haben schon im ersten Buche von Marcantonio Rai- 
m ondiß) gesprochen und gezeigt, wie dieser grosse Kupfer- 
stecher von Snnzio freundlich aufgenommen und. nachher 
unterstützt wurde, so dass er die Zeichnungen und YVerke die- 
ses llieisters der Welt mittheilen kunnte. So verbreitete sich 
der Geschmack schnell durch ganz Europa, und an vüwlen Or- 
ten verfolgte man RaffaePs schöne Bahn; dies wurde in 
kurzem der herrschende Geschmack, und hätte mein diese Grund- 
42) Stich v. Dorigny.  Q. 
43) Diese Carlons, welche die Cnrtnnn von Hßmplunaaurl" 
genannt werden, weil sie dort gegenwärtig aufgestellt sind, wurden 
in einer grnssarligen Manier trefflich von Nicoles Dorxgny ge- 
ltochell. Ganz neuerlich hat der ausserordenlliclne Meister in Grab. 
slicbelarbuit Hollnway (i Blätter danach gestochen, ist aber 1m- 
der Vollendung des Tlen Blattes geslorben.   Diese sieh-an Car- 
tuus nach Aposlelgesch. V, l-ll. Xlll, 6-10. lll, l-9. XIV, 
 XVH, lä-Bll. lluc. V, 1--ll. Juli, XIX, l5_l9 waren 
in tempera 011er Leinfarhen als Vorbilder für die von Leo X. zu 
Arral in Flandern bestellten Teppiche gemalt. Ihre Geschichte s. im 
Kunszbl. 1520. N. x12, wo auch nuch Vvon 4 Rlltlefll CßYlung von u, 
in England die Rede ist.  11'. 
44) Jetzt nicht mehr. Sir; bilden nun eine in mehren-n Sälen 
Vnlicam aufgeulvllte Sanunlung. Q. 
45) Ygl. Eartsch pnirunr gmveur. 1'711. XIV. Q. 
den
        

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