Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei in Italien vom Wiederaufleben der Kunst bis Ende des achtzehnten Jahrhunderts
Person:
Lanzi, Ludwig Wagner, Adolph Quandt, Johann Gottlob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1283299
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1288065
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Dritte! 
BÜÜh! 
ßölnische 
Schule. 
Ich habe genaue Abbilder davon unter Hunterbergefs Auf. 
nicht für die Kaiserin von Russland, Katharina, gesehen, und 
aus der Wirkung, welche hier die frischen herben thaten, 
schloss ich, wie sehr die Urbilder einst bezaubert haben muss- 
ten. Wiewol ihr grösstes Verdienst in Raffaelßs Erfindung, 
Ausdruck und Zeichnung besteht, und jeder gesteht, dass jede; 
Bild eine Schule ist. Auch hier scheint er mit Michelun- 
gelo, der dieselben Aufgaben in der Sistina behandelte, ge; 
wetteifert zu haben, gleichsam als forderte er das Publicum auf 
zu urtheilen, ob er die Vergleichung aushalten könne, oder 
nicht. Von andern Monochroiuen, wie von nnehrern kleinen 
Landschaften, Bauten, Trophäen, naehgeahmtcn Kammern, 
Masken und was sonst dieser göttliche Geist ersonnen, oder 
aus demlAlterthünnliehen mit neuer Kunst heriibergencmmen, 
würdig zu schreiben, sagt Taja, wäre eine Aufgabe, die weit 
über menschliche Kräfte hinausginge. Doch hat es uns von 
'S. 139 an eine sehr schöne Beschreibung dieses Werkes gfv- 
geben. Sie ehrt Raffael sehr, dem wir die 52 Bilder und 
den ganzen Aussehmuck verdanken.  
Auch die Fusshüden, Thüren und andere Holz  und 
Tischlerarheiten im Vatican wurden unter seiner Aufsicht ge- 
fertigt. Die Fussböden sollten von vcrglaster Erde sein; eine 
alte Erfindung des Luca della Robbia, welche als ein Ge- 
heimnis durch mehrere Gcschlechtsreihen hindurch damals an 
einen andern Luca. gekommen war. Diesen lud Raffael von 
Florenz zu dieser ungeheuern Arbeit ein, brauchte ihn in dem 
Siiulengange und in vielen Zimmern. Zu den Schranken und 
Silzzen des Signaturzinxmers oder Rathsaales berief er F. Gim 
aus Verona nach Rom, der sie mit schönen Ansichten auslegte. 
Zu den Decken der Zimmer, den vielen Fenstern und Thüren 
brauchte er Gio. Barile, einen trcfllichen Florentiner Holz- 
schncider. Das Werk ist so meisterhaft, dass als Ludwig Xlll, 
das Louvre verzieren wollte, er all' diese Verzierungen zeich- 
neu licss; die Zeichnungen waren von Poussin, und Ma- 
riotti rühmte sich, sie in seiner Sammlung zu haben. So 
war keine Stein- oder Marmorarbcit, wo es Zeichnung galt, 
Wßrübßl" Raffael nicht Aufsicht führte, nicht seinen geläu- 
terten Geschmack auch für die Bildhauerei bewährte. Ein
        

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