Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei in Italien vom Wiederaufleben der Kunst bis Ende des achtzehnten Jahrhunderts
Person:
Lanzi, Ludwig Wagner, Adolph Quandt, Johann Gottlob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1283299
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1288001
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Drittes 
Buch. 
Römische 
Schule. 
greifliehe Geheimnis der Dreieinigkeit dürfe man keiner For- 
schung unterwerfen; unter der Philosophie ist Archimedes, 
' der mitten in seinen Anschauungen von einem Soldaten ge- 
tödtet wird 25). Dies erste Zimmer ward 1511 beendigt, wie 
unter dem Parnass angegeben ist. 
Bis zur Vollendung des ersten Zimmers spricht Vasari 
nie von einer Ausbildung, oder Verbesserung des Styls, sondern 
erzählt vielmehr: "Wiewol Raffaxel zu Rom so viel Alter- 
thümer gesehen und immerfort studirt hatte, so hatte er den- 
noch seinen Figuren noch nicht die nachherige Grossheit und 
Majestät verliehen. Daher begab sich! damals, dass Mi- 
ehelangelo dem Papste in der Capelle die Furcht einjagze, 
wovon in seinem Leben die Rede seyn wird, wesshzilb er nach 
Florenz flüchten musste. Da nun Braiuante den Schlüssel 
zur Capelle hatte, zeigte er sie dem Raffael, als Freunde, 
damit er Mich elangeloßs Behandlung kennen lernteg" dann 
führter den Jesaias des heil. Augustin"), die Sibyllen in der 
Kirche della Pacezs), die nach jener Zeit gemalt waren, und 
den Heliodor ß) an. Im Leben Ildiehelangeloßs deutet er 
wieder das Misbenehmen an, weshalb eriaus Rom musste; 
dann fährt er fort, als er zurückgekehrt, habe er das Werk 
bis zur Hälfte gemalt, und der Papst habe verlangt, dass die- 
ses Stück sofort aufgedeckt würde; „da habe Raffael, de, 
im Nachahmen so treiiliehl war, als er es gesehen, plötzlich 
seinen Styl geändert, und auf einmal die Propheten und Si- 
byllen gemalt." Somit wären wir denn auf eine in und ausser 
Italien xmit grosser Hitze ausgefoehtene Streitfrage gekommen. 
Bellori klagte Vasari in einer heftigen Schrift an, die den 
Titel führt: Se Rqßhello ingranlli e illigliurü Zu numiera per 
aver vedule Popere zli jllichelungiolo? Crespi antwortete 
ihm in drei Briefen (Lettere piltor. T. II. p. 323 Ff.) und 
viele Andere haben dafür und dawider neue Bemerkungen bei- 
gebracht. ' 
pi 
26) Diese Grau  in  Grau-Gemälde hat Ph. Sant. Ba r]. o li gesto- 
chen in Lernzis X. arlmirand. virlulfs iumgincs. T0. XP - Q- 
27) Stich von Jos. Cereda Mediolanensis,  Q- 
28) Gestochen von V o l p a to; 
25)) Stich von V o 1 p a to. 
1'011 
versprochen 
Amsler.
        

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