Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei in Italien vom Wiederaufleben der Kunst bis Ende des achtzehnten Jahrhunderts
Person:
Lanzi, Ludwig Wagner, Adolph Quandt, Johann Gottlob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1283299
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1287966
362 
Drittes 
Buch. 
Römische 
Schule. 
rieth. Die Achtung, die er in der ganzen Welt") genoss, 
und sein liehenswürdiges persönliches Benehmen, Welches uns 
von Allen als unvergleichlich geschildert wird, erwarben ihm 
das Wohlwollen der ersten Gelehrten seiner Zeit; Bembo, 
Castiglione, Giovio, Navagerc, Ariosto, Arßtiili, 
Fulvio, Caleagniui riihmten sich seiner Freundschaft und 
versahen ihn, wie sich denken liisst, mit Ideen und Nachwei- 
sungen für seine Werke  
Nicht wenig halfen ihm auch seine Nebenbuhler, Mi- 
eh elangelo und seine Anhänger. Wie der Wettstreit zwi- 
schenZeuxis und P arrhasius Beiden nützlich war, so frommte 
auch Buonarrotüs und Sanzio's Wetteifer dem Michel- 
angelo, wie sich in der Sistina zeigt, und Raffael, wie 
seine Gemälde in den Vaticanisehen Zimmern und mehrere an- 
dere beweisen, Michelangelo, nicht ganz zufrieden mit; 
der zweiten Ehre, trat in's Feld wie mit einem Knappen; er 
machte Zeichnungen als grosser Meister und liess sie von F. 
Scbastiano, Giorgione's Schüler, malen. So, hoffte er, 
sollten RaffaeVs Gemälde immer an Zeichnung und Farbe 
zurückstehen. Raffael war allein, und strebte Werke mit 
Vollkommenheitcn zu liefern, die Michelangelo und dem 
Mönche fehlten: fremdartige Eriindungen, Idealschönheit, Nach- 
ahmung Griechischer Zeichnung in jedem Chmaliter, Anmuth, 
Licblichkeit, Angenehme, Allseitigkeit in jeglicher Aufgabe der 
Malerei. Dies Streben, in so schwierigem Kampfe zu siegen, 
stachelte ihn 'l"ag und Nacht und gestattete ihm nicht, auf 
seiner Laufbahn stille zu stehen, sondern spornte ihn vielmehr, 
in jedem neuen Werke die Nebenbuhler und sich selbst zu 
übertreffen. Hier unterstützten ihn nun die aufgegebenen G0- 
gßllSländß, die grossentheils neu waren, oder wenigstens neu 
behandelt seyn wollten. Es waren keine Bacehanalien, oder 
Gegenstände des Privat- und gemeinen Lebens; es waren die 
Geheimnisse der höchsten Wissenschaften, die ehrwiirdigsten 
20) lm Breve Leo X. von 1514. Es teht bei Piacenza 
p. 321. L. ' 
21) Vgl- Roscoe Leben und Regierung Papstes Lep X_, 
v, Glaser mit. (schiitzbaren) Anmerkungen von H, Ph. 
Henke. Q. 
T. II. 
übers. 
Conr.
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.