Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei in Italien vom Wiederaufleben der Kunst bis Ende des achtzehnten Jahrhunderts
Person:
Lanzi, Ludwig Wagner, Adolph Quandt, Johann Gottlob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1283299
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1287947
360 
Buch. 
Drittes 
Römische 
Schule. 
Dahin begab er sich also, und war schon im Monat September 
dieses Jahres dort ganz fest 14). 
So ist er denn in Rom und im Vatiean, zu einer Zeit 
und unter Umständen, die 'ihn zum ersten Maler der Welt 
machen. Seine Lebcnsbeschreiber erwähnen nichts von seiner 
gelehrten Bildung, und, nach dem oben angeführten Briefe, jetzt 
im Museo Borgia, zu urtheilen, könnte er fast unwissend schei- 
nen. Aber er schrieb damals an seinen Oheim in Vaterländi- 
scher Mundart, wie man in Venedig noch heut zu Tage, so. 
gar in ölfentlichen Verhandlungen, schreibt, obwol man, wenn 
es gilt, auch besser zu schreiben weiss und schreibt. Uebrigeng 
stammte Raffael aus einer bürgerlichen Familie, wo es ihm 
an hinliinglichen Unterricht in den ersten Jahren nicht wohl 
fehlen konnte. In den Meleröriqfezz sind andere von ihm, wo 
er ganz anders spricht; und sein Wissen in wichtigem Dingen 
anlangend brauche ich nur anzuführen, was Lclio Calcagni- 
n i, ein ausgezeichneter Gelehrter aus dem Zeitalter Leo's, zu 
Jakob Ziegler sagte: „lch will nichts. von Vitruvius m- 
gen, dessen Vorschriften er nicht nur verträgt, sondern auch 
mit 0 triftigen Gründen und so sanft verteidigt, oder auch 
widerlegt, dass kein Zeichen von Verachtung in einer Wi- 
derlegung durchblickt Ü). Er hat des Papstes Leo und aller 
Römer Bewunderung so erregt, dass sie ihn als einen vom 
Himmel Gesendeten ansehen, welcher der ewigen Stadt ihren 
alten Glanz wiedergeben "soll m)? Diese Erfahrung in der 
Baukunst setzt hinliingliche Kenntnis des Lateinischen und der 
14) Malvnsia Felsfna pfttr-ice. T0. I. p. 45. Einige Beweise 
jedoch, dass Raffael erst 1510 nach Rom gegangen, erregen Be- 
denken gegen diesen Brief. Ich höre, F'rancesconi soll sich jeizt 
mit der Zeitrechnung des Lebens und der Werke RaffaePs be- 
nchäftigen, Von seiner feinen Kritik lässt sich die Lösung diese; 
Knotens erwarten- L. 
15) Auf seine Veranlawsung übersetzte M? Fah i o C alva aus R5- 
venna in den Jahren 1508 (oder 1510) bis 1520 die zehn Bücher 
de! Vitruvius über die Baukunst. Das Werk findet sirh hand- 
schriftlich in der Rön. Bibliothek zu München in lcl. Fnl, 273 B1, 
mit der Unterschrift: Fine de! libra di uictrzzzzio archileclo h-ndacln 
di lutirm in lingua et sermone pruprio et vnlgrzre da M] Fabiu 
Cnlua rauenate in casa di Raphaello rli ginuan di Sacte (Snncte) du 
Frbino et sua insiantia. S. Kunstbl. 1822, N. 78. PV. 
Zll 
Zusätze 
die 
Vanari, 
Awsg- P- 
Sinn. 
223.
        

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