Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei in Italien vom Wiederaufleben der Kunst bis Ende des achtzehnten Jahrhunderts
Person:
Lanzi, Ludwig Wagner, Adolph Quandt, Johann Gottlob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1283299
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1287934
Zweiter 
Zeitraum. 
Raffael 
und 
seine 
Schule. 
359 
hatte. Dies Gemälde kam damals in die Franciscuskirche, ward 
aber nachher unter Paul V. nach Rom geschafft und iindet 
sich jetzt im Palast Borghese. Endlich kehrte er abermals 
nach Florenz zurück und blieb daselbst, bis er nach Rom ging, 
also bis 1508. In diese vier Jahre besonders fallen die Werke 
des sogenannten zweiten Styls, wiewol darüber zu entscheiden 
misslieh ist. Vasari rechnete dahin die heilige Familie der 
Gallerie Rinuccini; gleichwol hat man 1516 darauf gelesen"). 
vVol ist im zweiten Style die Madonna mit dem Jesuskinele 
und dem heil. Johannes in einer schönen, mit Trümmern in 
der Ferne verzierten Landschaft, in der Tribune des Grosshcr- 
zogs"), und einige andere, die auch im Auslande angeführt 
werden. Die Bilder aus dieser Zeit sind in denrgcrvöhnlichern 
Styl einer Madonna unter mehrern Heiligen, wie die des Pit- 
ti, chmals in Peseia; und die zu Perugia in S. Fiorenzo, 
welche nach England gekommen ist. Jedoch sind Gebärden, 
Köpfe und kleine Züge der Composition darin, welche sie von 
dem Gewöhnlichen unterscheiden. Etwas Neueres und Seltene- 
res ist der schon erwähnte todte Christus. Vasari nennt es 
ein göttliches Bild; der Figuren sind wenig, aber jede ist, was 
sie seyn soll; die Gebärden sind höchst mitleidig, die Köpfe 
sehr schön und die ersten nach dem Wiederaufleben der Kunst, 
welchen die tiefe 'l'rauer und das schmerzliche Weinen die 
Schönheit nicht verkümmertc. Nach diesem Werke wollte R aff a el 
zu Florenz ein Zimmer malen, wenn ich nicht irre, im ölientli- 
chcn Palast oder Stadthause. Es ist ein Brief vorhanden, worin 
er verlangt, der Herzog von Ürbino solle darüber an den Ban- 
nerherrn Soderini schreiben, von: April 1508 Ü). Sein Ver- 
wandter aber, Bramante, bereitete ilun ein besseres Loo, 
indem er ihn Julias ll. zu den Gemälden im Vatican verschlug. 
11) Dies Bilil hält Rumnhr im Kunstbl. 1820. N. 39 für eine 
Cnpie aus der Flur. Schule der Nachfolger des Michelangelo, 
für das Original aber das der Iuüllßllllßl" Gallerie. W. 
12) Gewöhnlich "Madonna. mit üem Stiegliiz" genannt, weil der 
kleine Johannes diesen Vogel dem Cln-istuskintlc (larreicht. Stich 
von R. Morgheil. Q. 
13) Vasari T. V. p. 238, Sien. Ausg, Wo üer Brief an seinen 
Oheim mit den Spraclifehlern des gemeinen Volks in Urbino und der 
lfmgegend angeführt wird. L.
        

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