Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei in Italien vom Wiederaufleben der Kunst bis Ende des achtzehnten Jahrhunderts
Person:
Lanzi, Ludwig Wagner, Adolph Quandt, Johann Gottlob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1283299
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1284053
Vorwort. 
lll 
finden? Auch ich zwar verschmähe dergleichen Einzelheiten 
nicht, wo es ausgezeichnete Künstler gilt; an einem Raf- 
fael, einem Ca racci mögen auch Kleinigkeitenihren YVerlh 
haben; aber wie sieht denn nun der Kleine aus, wo der 
Grosse selbst mittelmässig erscheint? So behandelt Sue- 
tonius seine Kaiser und Grammalikei" nicht; er schil- 
dert die ersten, von den zweiten giebt er andeutende 
Unlrisse. 
Inwiefern denn nun der Sinn der Menschen verschieden 
ist, und Manche aus Vergangenheit, wie Gegenwart nur 
etwas Besonderes, Hervorstechendes aufzugreifen liehen, 
und weil dies zu einer vollständigen und ausführlichen 
Geschichte der gesamten Italienischen liialerei zuweilen 
WOl auch frommen kann, so mag man den Verfassern so 
umständlicher Lebensbeschreibungen immerhin Dank wis- 
sen und, wenn man Zeit übrig hat, sie damit Weggan- 
kein. Pslur aber berücksichtige und fördere man dabei 
auch jene würdigeren Leser, die in der Geschichte der 
Malerei nicht sowol den Menschen, als den Maler, ja die- 
sen nicht einmal, wennx er vereinzelt und für sich nichts 
Lehrreiehes hat  sondern vielmehr Talent, Methode, 
Erfindung, Styl, lllannichfziltigkeit; Verdienst und Rang 
vieler Maler, und somit die Geschichte der gesamten Kunst 
keimen lernen W0llen3). 
3) läslässt sich der Künstler durchaus nicht von dem Menschen so ge- 
trennt betrachten, dass uns seine Lebensbeschreibung, seine Handluu- 
gen nicht über seine {Verke Aufschluss geben könnten, und jene erölf. 
neu uns oft erst das innersle Verständniss dieer_ Daher müggen 
wir es V as a ri danken, dass er uns die Lebensverhältnisse der Künstler 
aufbewahrt hat, sollten auch einige ungegriiiidete Nachrichten sich ein- 
geschlichen haben. Selbst das Fabelhafte einiger Lebensbeschreibungen 
giebt ein Bild de Menschen, weil die Fjrdichtuilgen doch dem Charnk- 
ter dessen, von welchem sie erzählt werden, gemäß gehalten ieyn 
müssen, mithin doch immer ein Chnrakterbild, wenn auch nicht einem 
Spiegelbilde gleich zu nelzen sind. Q. 
1' 
        

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