Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei in Italien vom Wiederaufleben der Kunst bis Ende des achtzehnten Jahrhunderts
Person:
Lanzi, Ludwig Wagner, Adolph Quandt, Johann Gottlob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1283299
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1287863
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Drittes 
Buch. 
Römische 
Schule. 
Gio. Sanzio, ein mittelmässiger Malen, von welchem Ruf- 
fael wenig lernen konnte; wiewol es immer gut ist, auf ei. 
nem einfachen, noch nicht durch Manier verderbten Wege diQ 
erste Anleitung zu bekommen. Mehr nützten ihm schon die 
Werke des F. Carn eval e, welcher in der damaligen Zeit viel 
Verdienst hatte. Nach Perugia zu Pietro gesendet, bekam 
er in kurzem seines Meisters Styl in seine Gewalt, wie Va- 
sari bemerktg" nur dass man ihn auch hier schon entschlos- 
sen sieht, ihn zu übertreffen. In Cittä di Castello hörte ich, 
er habe im siebzehnten Jahre den heil. Niccola da Tolentino 
bei den Eremitanern gemalt. Der Styl war Peruginisch; abef 
die Composition nicht die damals gewöhnliche: ein Thron U_ 
L. F. mit Heiligen umher. Er stellte hier den Seligen dar, 
welchem Madonna und der heil. Augustin zum Theil in eine 
YVolke gehüllt die Schläfe mit einer Krone umwinden; zwei 
Engel ihm zur Rechten, zwei zur Linken, schön und in 
Raphaelis Snnctii Urbinntis. Dort wird Julius Sanctius als er. 
ster Stamm genannt, der fanziliae, guae azlltüc Urbini illuslris erlag, 
ab agris (lizvirlendis cognamen imposuit, und ein Vorfahr des An_ 
tonio war. Von diesem stammt mittels eines Sebastian o, und 
nachher eines Gio. Batista, Gio., ex guo ortus est Raphael, 
gui pinxit a. 1519. Auch steht dort, dass Sebastiano einen 
Galeazzo zum Bruder hatte, egregzütilz piclurcm und Vater dr-eim. 
Maler, Antonio, Vincenzio und Giulio, der maaxiizzlzs pich". 
genannt wird. So finden wir denn auf diesem Stammbamne der 
Sunzier vierMaler, von weichen ich in Urbino keinAndenken lcenmh 
Auch ein Theolog, und zwar ein Canonicus, und ein tapferer Haupt- 
mann von Fussvulk wird in der Familie genannt. Der Ungenannte 
bei Cumolli bestättigt RaffaePs ehrenvolle Abkunit. Aber man 
weiss aus Tiraboschi, dass in jenem Jahrhundert viel Stammbiiumg 
errlichtet, und ohne Prüfung angenommen wurden, Antonio ßs 
Bildnis ist sehr schön; doch sagte ein hlßler, weit schöner würde 
es eyn, hätte Raffael es ein Jahr vor seinem Tode gemalt, wie 
die Schrift auch besagt. Scheint dies nun auch andern Kennern _ 
denn nur diese dürfen entscheiden  so steht wohl zu bedenken, 
ob, wer des Künstler: Hand nachmachen konnte, nicht auch Andere; 
nachgemacht; oder wenigstens darf man schliessen, die Ableitung 
von Sanzio sei inSanctis, dem Namen des Grosvatcrs Raffael 
eher zu suchen, als in sancire, Ländereien theilen. Im B. XXXI 
der Arzt. Piccne steht ein Letztwille von Ser Simone di A ntquio 
von 1477, wo ein Zllzrg-fszer lifzzplisia gu. Peri Sanctis rle Peris, der 
ein treihicher Maler von Ruf genannt wird, seinen Sohn Thomas 
zum Birben einsetzt, welchem ein Sohn des Antonio seinen Bruder 
Namens Fruncesco substituirt, Auch hier scheint Iyztistzz d; 
Pilfr Slmlß de" Pinri als Zuname der Familie zu verstehen, die 
also von der Sanzischen verschieden wäre. lieber Alles dies wird 
holfentlich l, nzzari Aufschluss geben. L. 
        

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