Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei in Italien vom Wiederaufleben der Kunst bis Ende des achtzehnten Jahrhunderts
Person:
Lanzi, Ludwig Wagner, Adolph Quandt, Johann Gottlob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1283299
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1287850
Zweiter 
Zeitraum. 
Raifael 
und 
seine 
Schule. 
351 
ren 3). Kann, wie mir allerdings scheint, das Klima auf einen 
Künstlergeist Einflussihaben, so konnte ihm wol kein besserer 
Strich Italiens zu Theil werden, als der, welcher der Baukunst 
einen Bramante, der Malerei nach Baffael einen Baroc- 
cio, der Bildhauerkunst einen Brandani gab, andere viele 
Männer nicht zu erwähnen, die zwar nicht gleich berühmt, 
aber doch würdig sind. Vater dieses grossen Genius war ein 
Giovanni di Santi 4) oder, wie er später gewöhnlich hiess, 
um treiilichen Noten.  Ricliardsan Trrn'le' de In: peinture e! du 
Ia sculplure. Die Franz, Uebers. enthält schätzbare Zusätze. Speth 
über eines der frühesten Werke RaftaePs (eine Neid), aus der 
Schule des Perugino, nebst einer kurzen pragm, Betrachtung über 
das Verhältnis der Schule zu ihren Zöglingen, S, Kunstblatt 1821. 
N. 5. 6. Q. 
3) Ueber RaffaePs Gehurls- und Sterbetag können doch noch 
immer Zweifel erhoben werden. Vasari sagt, er sei an einem 
Cbarfreitag geboren und gestorben. Dies gab zu mancherlei lrrungen 
den Geschichtschreibern Anlass; denn Viele bedachten nicht, das 
Ostern ein wechselndes Fest ist. Nimmt man an. dass VasarPs 
Aussage richtig sei, so ist ItaffaePs Geburtstag der 28, März; 
denn nach Pilgram Calendzn-i-um chranalng, Nu. IX und XVIII. S. 
68 und 94 liel Ostern 1483 den 30. März und RaffaePs Ster- 
hejahr 1520 den 8. April, der Charfreitag also den 6. April. Die- 
selbe Meinung ist auch in der Note zu RaffaePs Lebensbeschrei- 
bung, in der Siener Ausgabe des Vasari, wiederholt. Als zu Ber. 
lin RaffaePs Gedächtnis gefeiert werden sollte, berechnete Bade 
zur Bestimmung des Tages die Zeit, und seine Berechnung kam mit. 
Pilgramw Angabe des 28. Märzes überein. Tölken aber be- 
zweifelt die Richtigkeit der Vasarigchen Behauptung, und beruft 
sich auf RaffaePs Grabschrift, welche ihm der Cardinal Bembo 
geßzle, in welcher gesagt wird, dass Raffael volle 37 Jahre lebte 
und den 7ten April starb. Demnach müsste er auch den 7ten April 
1433 geboren worden seyn. Das Schwanken der Bestimmung {des 
Sterbetngs zwischen dem 6 und 7ten April kommt. daher, dass man 
die zwischen beiden Tagen liegende Nacht bald zu dem einen, bald 
zu dem andern Tage rechnete, weil in Italien nach Aue Maria die 
Stunden der Nacht zu zählen angefangen werden. Aber könnte viel- 
leicht auch Bembo es nicht so genau genommen haben, als er sagte; 
Virü A. XXXVII integer inlegros? Ja wäre es nicht sogar mög. 
lieh, dass auch ihn die Begränzung der Lebenszeit RaffaePs durch 
zwei Charfreitage zu diesem Ausdrucke: 37 volle Jahre, veranlasst 
hätte? Es kommt also darauf an, ob es richtig it, dass RaffaePs 
Geburls- und Sterbetag ein Charfreitng war i oder ob Raffael volle 
37 Jahr, und nicht acht Tage länger lebte. Q. 
4) Jo. Sanctis schrieb er eigenhändig in der Nnnziata von 
Sinigaglia; und nach damaligem Style schiene er einen Santi, oder 
San te zum Vater gehabt zu haben; ein Name, der in vielen Gegen- 
den llßliens noch gewöhnlich ist. Für den Zunamen Sanzio führte 
Bottari ein Bildnis des Antonio Sanzio im Palast Albani an, 
in 5685er! Hand ein Blättchen ist mit der Aufschrift: Genealogia
        

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