Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei in Italien vom Wiederaufleben der Kunst bis Ende des achtzehnten Jahrhunderts
Person:
Lanzi, Ludwig Wagner, Adolph Quandt, Johann Gottlob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1283299
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1287822
348 
Drittes 
Buch. 
Römische 
Schule. 
Der Geschmack an diesen Malereien lebte in Rom wieder auf, 
wo dergleichen Muster in grösserer Menge vorhanden waren; 
und zwar in diesem Zeitraume. Vasari schreibt die Wieder- 
herlindung dem Morto da. Feltro zu, und die Vollendung 
dem Gio. da Udine. Trotz seiner Misaehtung des Pin_ 
turicchio, nennt er ihn doch selbst Freund des Feltrixlers 
und gesteht, dass auch er viele im Castel -S. Angeln gemalt. 
Vor ihm hatte sein Meister Pietro dergleichen im Börsensaalg 
geliefert, welche O rsini wohlverstanden nennt; und auch 
diesem hatte Benedetto Bonfigli das Beispiel gegeben, 
von, welchem Taja in der Beschreibung des Vaticanischen 
Palastes sagt, er habe in Rom für Innoeenz Vlll. schöne und 
liebliche Grottesken gemalt. Nachher blühte diese Kunst in 
mehrern Schulen Italiens, besonders in der Siener. Per uz- 
Izi billigte sie als Baunieister und übte sie als Maler; gab auch 
dem Lomazzo Anlass, sie zu verteidigen und Regeln (lilfüf 
aufzustellen, wie ich anderswo bemerkt habe. Man sehe du; 
(ite Buch seines Trallato dclla pitlura, Cap. 48  
 
Zweiter 
Zeitraum 
Raffael 
und 
seine 
Schule. 
Somit stünden wir denn an dem glücklichsten Zcitrnume, nie-M; 
nur der Römischen Schule, sondern der gcsammtcn neuen Ma- 
icrei. Wir haben gegen den Anfang des sechzehnten Jahrhun- 
dcrts die Kunst durch Vinci und Buonarrcti auf einer 
hohen Stufe gesehen; auch ist bekannt, dass lim jene Zeit, 
ausserRaffael, auch Coreggio, Giorgione, Tiziano und 
ii-ii 
4]) Raffael hätte hier wo! als Groiteskeixmaler sollen genannt 
werden. Daraus aber, dass längst vor ihm schon andere Künstler 
mit Glück solche phantastische Verzierungen anbrachleß, geht her- 
vnr, wie ungerecht die Sage ist, Baffael habe viele antike Werke 
zerstören und die Bäder des Tilus nicht aufdecken lassen, um die 
Quelle zu verbergen, aus welcher er die bilderreichen läründulngeu 
ßßhiipfiß, du diese doch von seinen Vorgängern benutzt und wohl 
bekannt waren. Q.
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.