Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei in Italien vom Wiederaufleben der Kunst bis Ende des achtzehnten Jahrhunderts
Person:
Lanzi, Ludwig Wagner, Adolph Quandt, Johann Gottlob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1283299
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1287808
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Drittäs 
Buch. 
Römische 
Schule. 
Wiewol ich nicht mit Gewissheit behaupten kann, dass dieser 
Ercole hiess, so vermuthe ich doch, dass er es ist. Er 
stellte die Empfängnis der Madonna dar, wozu er die ldee von 
Vasari entlehntewder Adam und andere aus dem alten Testa- 
mente als Knechte der Sünde an den Baum der Erkenntnis 
des Guten und Bösen gebunden hatte, unter welchen jener 
Strafe frei die Jungfrau triumphirt. Ramazzini hat den- 
selben Gedanken gefasst; nur hat er ein grösseres, besser co- 
lorirtes und in den Gesichtern ausdrucksvollcres Bild geliefert. 
Uebrigens ieht man darin keine Spur von Pietro's Styl, 
und der Maler lebte etwas zu spät, als dass man ihn für ei. 
nen Lehrling Peruginvs halten könnte; wahrscheinlicher 
hat ihn einer seiner letzten Schüler unterrichtet, von welchen, 
wenn ich nicht irre, eher als von Barocci jenes mehr hei- 
tcre, als wahre Colorit ausging. 
Bei diesem Anlass will ich bemerken, dass, da Pietro 
der bekannteste Name gegen Anfang des löten Jahrhunderts 
war, auch Andere im Kirchenstaate, welche um seine Zeit ma- 
len lernten,__ohne geschichtlichen Grund zu seiner Schule gc- 
rechnet werden, besonders diejenigen, welche zum Theil den a1- 
ten Geschmack beibehielten. rDahin würde mithin gehören ein 
Palmerini von Urbino, gleich alt mit Raffael, vielleicht 
in den ersten Jahren sein Mitschüler, von welchem zu S. An- 
tonio ein sehr schönes und sehr nach dem neuern Geschmack 
sich hinneigendes Bild mit mehrern Heiligen ist. In demsel- 
ben Geschmack fand ich in Rom eine Samariterin am Brun- 
nen in der Gallerie Borghese von einem Pietro Giulia- 
nello, oder vielleicht aus Giulianello, einem kleinen Flecken 
unfern von Rom, einem Künstler, der sich, wicwol von den, 
Schriftstellern unerwähnt, neben die guten Maler des funfzehn- 
ten Jahrhunderts stellen kann. Auch giebt es ein Gemälde 
von Pietro P aolo Agabiti, welches im XX. B. der Annpic, 
Masaccio zugeschrieben wird, wo er 1531 und noch nachher 
malte. Von ihm aber sah ich zu Sassoferrato in der Kirche 
de heil. Augustin ein Bild mit Sockel von kleinen Geschich- 
ten und einer Aufschrift, worin er Sassoferrato als seinen Ge- 
bllrlißürf, und als Jahr der Fertigung 1514 angiebt; in diesem 
Jahre gehörte er gewiss nicht zu den Neuem, sondern den 
verständigen Alten. Lorenzo Pittori da Maccrata malte
        

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