Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei in Italien vom Wiederaufleben der Kunst bis Ende des achtzehnten Jahrhunderts
Person:
Lanzi, Ludwig Wagner, Adolph Quandt, Johann Gottlob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1283299
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1287766
3-42 
Drittes 
Buch. 
Römische 
Schule. 
behauptet werden ist, O r a z i o. Dieser gleicht dem Raf- 
facl mit am meisten. In Perugia sieht man Gemälde von 
ihm, welche bis auf eine minder starke und fast an Barroc- 
eische Sanftheit rührende Farbe, der Schule des Sanzio zu- 
gesprochen werden könnten; ja hinsichtlich einiger Werke ist 
man noch jetzt ungewiss, ob sie dieser, oder Orazio ange- 
hören; besonders einige Madonnen in mehrern Sammlungen. 
Einige sah ich bei Frigeri in Perugia; eine ist in der Fluren- 
tiner Gallerie. Der Ruf dieses Alfani hat dem Andern ge- 
schadet; in Perugia selbst hat man einige schöne Gemälde 
lange für Werke Orazio"s gehalten, welche später die Ge- 
schichte dem Domenieo wieder zugesprochen hat. Ueber 
diese und die übrigen Werke dieser trefllichen Künstler muss 
man die neuern Schriftsteller lesen, besonders Mariotti, wg 
er das Bild des Gekreuzigtcn zwischen der heil. Apollonia. und 
dem heil. Hieronymus bei den Conventualen nennt, welches 
vonbeiden Alfani, Vater und Sohn, gemalt ist. Er bemerkt 
zu Empfehlung des letztem, dass er das Haupt der in Perugia 
1573 gestifteten, lange in manniehfachem Wechselgesehick er- 
haltenen und in diesen letzten Jahren wieder belebten Zeich- 
nenakademie war. 
Noch giebt es andere, in Perugia selbst minder geschätzte, 
wiewol von Vasari nicht übergangene. Eusebio da S, 
Giorgio malte in S. Francesco di Matelica ein Bild mit meh- 
rern Heiligen, und am Sockel einige Scenen aus des heil. An- 
tonius Leben; darauf seinen Namen und das Jahr 1512. Man 
erkennt Pietrtfs Zeichnung wieder, aber die Tinten sind 
schwach. In besserem Colorit ist in Perugia das Bild der 
Magier-in S. Agostino; hier bildete er sich nach Paris. Wie 
weit Giannieola da Perugia, ein guter Colorist und dass- 
halb gern von Pietro zu seinen Arbeiten gezogen, diesem in 
Zeichnung und Perspective nachstehe, sieht man in der Wech- 
selcapelle, welche neben dem berühmten Saale Pietro's von 
ihm gemalt wurde und Thaten Johannis des Täufers Ädarstellt. 
In der Kirche des heil. Thomas ist der Apostel von ihm, wel- 
cher die Wunde des Heilands betastet; iind die minder gewvähl- 
ten Köpfe ausgenommen, hat er viel von Pietro. Giam- 
batista Caporali, den Vasari, Baldinucci und Andere 
falsch B enedetto nennen, hat in dieser Schule ebenfalls
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.