Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei in Italien vom Wiederaufleben der Kunst bis Ende des achtzehnten Jahrhunderts
Person:
Lanzi, Ludwig Wagner, Adolph Quandt, Johann Gottlob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1283299
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1287726
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Drittes 
Buch. 
Römische 
Schule. 
stadt in der Börsenhalle oder Wechslercapelle ist, wo er evan- 
gelische Geschichten, Heilige des A. B. dargestellt und sein 
Bildnis beigefügt hat, unter welches die dankbaren Mitbürger 
ein schönes Lob schrieben. Ausgezeichnet, gcwissermasscn Raf. 
faelisch, ist er in einigen Bildern aus seinen letzten Jahren, 
wie ich glaube; wie ich denn eines dieser Art, eine heilige 
Familie, in der Carmeliterkirche zu Perngia gesehen habt 
Dasselbe kann man auch von manchen seiner kleinen fast M1- 
niaturbilder sagen, wie dem am Zockcl des heil. Petrus zu 
Perugia, vielleicht seinem reizendsten und gefeiltesten, um] so 
von einigen andern höchst fleissig ausgeführten Bilderchen 33), 
deren nicht so gar viel sind imVergleieh mit denen aus seiner 
Schule, die ihm beigelegt werden 34).  
Hinsichtlich seiner Schüler nun ist zu bedenken, was 
Tajaß) und nach ihm der Vf. der Letlere perugine bemgh 
ken, dass sie nämlich sehr zäh an ihres Meisters Manier hiu_ 
gen, und, da sie sehr zahlreich waren, die Welt mit Gemälden 
erfüllt haben, welche der Maler- und Kennerlingehaufe dem 
Meister zuschreibt. In Perugia gesehen steigt er gewöhnlich 
in der Achtung der Reisenden, deren, Viele nur ihm untergm 
schobene Werke gesehen hatten. So sind in Florenz von ihm 
einige Bilder bei dem Fürsten, und -in S. Chiara seine schöne 
Grablegung und einige andere Gemälde; aber in Privathäusei-n 
i 
pnrli de! nabile callegia rlrrl cambio di Perugüz, incfse Francesco C8 c_ 
clzint" Romano 5 Blatt. Q.  Vgl. Fr. S. lf, Sala und Cnpelle de] 
Cambio zu Perugia a fresco gemalt von Pietro Peruginu im 
Kunstbl. 1821. N. 33. W. 
33) Vasari gegen Ende seiner Lebensbeschreibung sagt: "kein" 
seiner Schüler kam ihm an Fleiss und Anmuth des Colurits gieichf. 
Della ifalle dagegen meint, ein gut Theil _seines Ruhms verdanke 
er der Geschicklichkeit seiner Schüler, und sagt, er habe in seinem 
Bilde der K. G. Raffen-Vs Hand erkannt. Für diese Anerkuk 
nung indes! hat sich his jetzt noch kein Zeuge gefunden. L, 
3,1)Perugi11o"s Werke sind einander sehr ungleich. [mh 
drucksvoll und schön sind seine frühern Bilder unrl in Rnffneps 
seines Schülers, Jugendwerken lebte desiMeislers schönste Zeit wie: 
der auf. Selbst zu dem Hohen schwang sich sein Geist empor und 
drang in die Tiefen des Gemülhs ein, besonders in einer Gfäiliegung, 
welche jetzt in der (lallerie der Akademie zu Florenz aufbewahrt 
wird. Gemeine Gewinnsucht zog den edlen Geist herab und seing 
letzten Arbeiten sind nur schwarhe Xfiedersrlneine seiner früher-n 
Leistungen. Q_ 
35) Dfscrfzione de] prrl, rntirnno, p. 30. L.
        

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