Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei in Italien vom Wiederaufleben der Kunst bis Ende des achtzehnten Jahrhunderts
Person:
Lanzi, Ludwig Wagner, Adolph Quandt, Johann Gottlob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1283299
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1287719
Erster 
Zeitraum. 
Die 
Alten." 
337 
Pietro's Styl ist etwas roh und trocken, wie der da- 
nmligc überhaupt; zuweilen scheint er in der Bekleidung du 
Figuren etwas armselig; so eng und kurz zugeschnitten sind 
seine Oberklcider undMMiintel! Diese Mängel aber vergütet er 
durch anmuthige {Jünglings- und Miidchenköpfe vorzüglich, 
worin er alle Zeitgenossen übertraf, durch artige Bewegungen 
und liebliche Farbe. Die blauen Felder, aus welchen die Figuren 
so scharf sich hervorheben, dies Grünliche, Röthliehe, Veilchen- 
blaue, das er so schön zusammen verschmelzt, diese wohl ab- 
gestuften Landschaften, wie man sie in Florenz noch nicht 
dargestellt gesehen, sagt Vasari, diese kunstreichen und gut 
angebrachten Gebäude sieht man immer mit Vergnügen auf 
seinen Bildern und den Wandgemälden in Perugia und Rom. 
In seinen Altarbildern ist er nicht so mannichfaltig. Vorzüg- 
lich ist in Perugia das Bild der heiligen Blutsfreunde Christi 
von S. Simone, und es kann für eines der ersten wohl ange- 
ordneten Altarbildcr gelten. Uebrigens kümmerte sich Pietro 
nicht sehr um Neuheit in der Erfindung; seine Kreuzigungen 
und Grablegungen sind zahlreich, aber einander ähnlich. So 
hat er mit wenig Abwechselung eine und dieselbe Composition 
immer in der Himmelfahrt Christi und Mariens wiederholt, die 
in Bologna, Florenz, Perugia und Cittzl di S. Sepolcro sich 
befinden. Bekanntlich ward er desshalb schon bei Lebzeiten 
getadelt und verteidigte sich damit, dass er niemand bestehle. 
Man kann auch noch ctwas zu seinem Schutze sagen, nämlich, 
dass man Wahrhaft Schönes gern an mehrern Orten wieder- 
sicht und Wer in der Sistina seinen Petrus gesehen, dem die 
Gewalt der Schlüssel übertragen wird, wird in Perugia eben so 
gern die Verlobung Mariens mit ähnlichem Prospecte sehen; 
ja es ist dies Stück das Angenehmste, was in dieser edlen 
Stadt zu sehen ist, gleichsam ein Inbegriff der hier und du 
zerstreuten Compositionen Pietro's. Gedankenreicher und, 
wie Manche meinen, weicher, harmonischer ist er in seinen 
Wandbildern, unter welchen das Hauptwerk 32) in seiner WIater- 
men, dass ich mich nicht davon überzeugen kann, üieser sei jemnls 
sein Lehrer gewesen. L, 
32) Diese Gemälde sind vortrefflich gestochen und uMer dem Titel 
erschienen: Pitture n fiesen (Icl celcöre Pidro Perugireo helle 
Y
        

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