Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei in Italien vom Wiederaufleben der Kunst bis Ende des achtzehnten Jahrhunderts
Person:
Lanzi, Ludwig Wagner, Adolph Quandt, Johann Gottlob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1283299
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1287700
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Drittes Buch. 
Römische 
Schule. 
Pietro Vannucci della Pievezg), wie er sich auf 
einigen Bildern unterzeichnete, oder di Peru gia,- wie auf 
andern, wegen des Bürgen-echtes daselbst, hatte unter einem 
nicht Sehr tüchtigen Meister gelernt, wenn wir Vasari glau- 
ben; und zwar Pictro du Perugia, wie Bottari von 
muthete, oder Niccolo Alunno, wie das Gerücht in Foligno 
sagt. Mariotti behauptet, Pietro habe in Perugia in Bon- 
figli-"s und Pier0's della Francesca Schule viel ge- 
lernt, von welchen er nicht nur die Perspective habe, die, 
nach Vasari's Zeugnis, in Florenz so sehr gefiel, sondern 
auch Vieles in Zeichnung und' Färbung 30). Daher wirft er 
den Zweifel auf, ob er, da. er schon als Meister nach Florenz 
gegangen, Verr0cchio's Schüler gewesen, wie man liesct, 
oder ob er sich mit seinem Talent dort durch Anschaun der 
grossen Muster M üSüOOi0"S und der damals in Florenz 
blühenden treßlichen Maler vervollkommnet. Endlich stimmt er 
für Pascolits, BottarPs, Tanja's und Restats (Gallen 
poriatile p. 10) Ansicht, Vcrrocchio sei nie sein Lehrer ge, 
Wesen. Die ganze Schlussreihe dieses wackern Schriftstellers 
im fünften Briefe verdient gelesen und bemerkt zu werden, mit 
welcher feinen Kritik er einen für die Malergeschichte so 31h 
ziehenden Knoten löset. Ich möchte nur noch hinzusetzen, 
dass es mir gar nicht unwahrscheinlich vorkomme, dass Pje_ 
lzro in Florenz sich an diesen so berühmten Meister gemacht 
und voh ihm in Zeichnung, besonders in der Plastik um] im 
guten Geschmack der Malerei habe leiten lassen; dass Vel._ 
rocchio, ohne eben sie sehr zu üben, sie doch wol dem Vi nci 
und C redi eingeflösst haben könnte. Ueberlieferungen entstehen 
doch nicht aus dem Nichts; etwas Wahres haben sie immer ax)_ 
29) Er schrieb de Castro Plebis, jetzt Ciüä (lella Pieve; dort 
war, nach Pascoli, sein Vater geboren, der nachher nach Perugia 
ging und dort Pietro erzeugte. Wahrscheinlicher aber ward (um 
ser auch in Pieve geboren.- Mariotti. L. 
30) Diese Aehnlirhkeit zwar konnte wol auch aus der Nachahmung- 
ÜCSSCII entliehen. was in Perugia. der Borghese gemalt hatte 
Ilebrigens ist nicht gewiss, dass Perugino je in seiner Schule ge: 
weuen. Valle und Andere zweifeln sehr daran; und ich, wenn ich 
bedenke, das Vannucci 12 Jahr alt war, als Borghese erblin- 
dele, halte es für Fabel. L. 
31) S. hierüber Bar. Rumalnds oft schon angeführte Ital. For- 
schungen. P ie t r o hat sof gar nichts von V er r o cchio augenom_
        

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