Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei in Italien vom Wiederaufleben der Kunst bis Ende des achtzehnten Jahrhunderts
Person:
Lanzi, Ludwig Wagner, Adolph Quandt, Johann Gottlob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1283299
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1287699
Ersper 
Zeitraum. 
Die 
Alten. 
335 
(Risp. p. 105). Vor allen aber zeichnete sich Benedetto 
Bdnfigli 27) aus, der beste Perugincr seiner Zeit. Von ihm 
habe ich, ausser den Mauergeluälden im öffentlichen Palast, 
die Vasari erwähnt, ein Bild der Weisen in S. Domenieo 
gesehen, ganz in Gentile's Manier, mit vielem Golde; und 
ein anderes in neueren: Style, eine Verkündigung, in dem 
Vilaisenhaus. Der Engel darin ist sehr schön, und man könnte 
das Bild mit den besten seiner Zeit vergleichen, wäre nur die 
Zeichnung genauer 13). 
Das Bisherige beweiset hinlänglich, dass im Kirehenstaate 
die Malerei selbst in rohen Jahrhunderten nicht vernachlässigt 
ward, und auch dort von Zeit zu Zeit Köpfe aufstanden, 
welche, ohne auszuwandern, doch in der Kunst vorwärts 
schritten. Dennoch war der grosse Marktplatz, die grosse 
Akademie, das Athen von Italien, immer Florenz; und ihm 
würden alle Federn, wenn sie es auch läugneten, diesen Ruhm 
nicht entreissen können. Auch Sixtus IV., der, wie gesagt, 
die Sistina zu verherrlichen, Maler aus ganz Italien herbeizog, 
nahm die meisten aus Toseana; und ausser ihnen war nur 
Pietro Perugino" sein geborner Untcrthan, der aber in 
Florenz gross geworden. So wären wir denn bei den ersten 
wahrhaft reifen Früchten der Römischen Schule. Was wir 
bisher davon sahen, ist fast ganz unreif. Pietro ist ihr 
Masaccio, ihr Ghirlandajo, ihr Alles. Ich will kurz 
von ihm und Seinen Schülern sprechen, spare jedoch den grossen 
Raffael, von welchem sie den Namen führt, für den folgen- 
den Zeitraum auf. 
27) Letlare pitl. perug. Bened. Banfigli 5. 72. 77. 121. 129. 
135 u. s. w. Es wird hier Bonfigii allen seinen Vorgängern vor, 
gezogen. Seine Bilder gleichen fast denen des Fiesole und er 
unterscheidet sich von Andern durch den Haarschmuck, welcher 
nicht ganz zu loben ist, da die Locken fast in {Vorm und Farbe den 
Ringeln von Hobelspänen gleichen. Q, . 
28) Vortheilhaft sprechen davon Crispolti in Perugia mlgusta; 
Ciatti in islnrie (li Perugirz; Alessi in elagj de, Perugini il- 
lustri; Pas coli vite de" pillm-i Sc. ATCIL. Perugini, welchem ich 
aber keinesweges einräume, dass Benedetto so wacker, wie jeder 
Andere jener Zeit, Vielleicht der Erste unter den Alten gewesen, 
welcher den neuem guten Geschmack zuerst in Aufnahme gebracht 
(P. 21). Welches Unrecht gegen Masaccio! D.
        

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