Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei in Italien vom Wiederaufleben der Kunst bis Ende des achtzehnten Jahrhunderts
Person:
Lanzi, Ludwig Wagner, Adolph Quandt, Johann Gottlob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1283299
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1287686
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Drittes 
Buch. 
Römische 
Schule. 
bildet. Ich halte ihn für den Niecolö Deliberatore, oder 
di Liberatore, und für verschieden von Niccolö Alun. 
no, ebenfalls aus Foligno, welchen Vasari einen treiilichen 
Maler zur Zeit Pinturicchiow nennt. Er malte a tempera, 
wie die meisten vor Pietro Perugino, aber mit einer Farbe, 
die sich bis heute unverletzt gehalten hat. In der Vcrtheilung- 
der Farben hat er etwas Neues; in den Köpfen ist er leben- 
dig, wiewol alltäglich, und wenn er Volk darstellt, zuweilen 
übertrieben. Zu S. Niecolö in Foligno ist ein Bild von ihm 
im Geschmack des funfzehnten Jahrhunderts, eine Madonna im- 
ter mehrcrn Heiligen, darunter kleine Auftritte aus der Leidens- 
geschichte, woran man mehr" die klare Gegenständlichkeit, als 
die Ordnung loben dürfte. So auch ein anderes in Foligno, 
nach 1500 gemalt. Vusari preiset vor allen die Frömmig. 
keit in einer Capelle des Doms mit zwei Engeln, die, wie er 
sagt, so von Herzen weinen, dass er glaubt, kein anderer, 
auch noch so trefilieher Künstler hätte sie besser machen 
können  
Mehr Künstler, als anderwiirts, waren in Perugia, aus 
welcher Stadt ein Licht aufging, wie wir sehen werden. Ma- 
riotti hat ein' langes Verzeichnis dortiger Maler aus dem 
fnnfzehnten Jahrhundert gegeben; besonders ragen da hervm- 
Fiorenzo di Lorenzoß) und Bartolommeo Capo- 
rqli, von welchen Bilder mit der Angabe 1487 vorhanden 
sind. Auch mancher Ausheimische lief mitunter, wie der 
Lello da Velletri 26), Meister eines Bildes mit seinem 
Zockel, welches Orsini aufgespürt und bekannt gemacht hat 
l 
24) Dieser Niccolo Alunno darf nicht mit Niccoln Delibe- 
ratore oder überhaupt keinem Niccoln du Foligno verwechselt 
werden. Alunno gehört zu den gemülhvollsten Linsolxulilmalern und 
übertrifft an Klarheit und Kralt der Farbe seine Vorgänger. Seine 
Gemälde haben eine Kraft der Färbung, welche Kenntniss der De]- 
malerei vermuthen lässt. Ich hatte nicht Gelegenheit, diese Bilde;- 
ganz in der Nähe zu sehen, um hierüber gewiss zu seyn. Q. 
25) Ileher diese Illcistei- s, Letlere pilt. perugine, p. 80. 210. 230. 
Fißrenzavli Lorenza und über Bart. Cuporali p. S2. 102_ 
230.  
'26) In den Lellere pitlorfche pcruginc wird ein Lell o di Ele. 
mosinß ßngeführt, welcher um 1322 den neuen Palast de' Priori 
malte, worüber sich noch eine Urkunde v. 23. April 1322 findet 8.43 
obigen Werks. Q.
        

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