Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei in Italien vom Wiederaufleben der Kunst bis Ende des achtzehnten Jahrhunderts
Person:
Lanzi, Ludwig Wagner, Adolph Quandt, Johann Gottlob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1283299
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1287673
Erster 
Zeitraum. 
Die 
Alten. 
333 
zu, sagt aber, man halte es für sein Werk n). Was man in 
Arezzo von ihm zeigt, ist unstreitig von ihm; vorzüglich acht. 
bar sind die Bilder zu S. Croce auf dem Chore der Conven- 
tualen, welche zeigen, dass" die Malerei schon über ihre Kin- 
derzeit hinaus war; so viel Neues ist nach dcn Giottisten 
in Verkürzung, Rundung und überwundcncn Kunstschwierigkci- 
tenl Hätte er Masaccio's Anniuth, so würde er ihm beinah 
gleichgeachtct werden. In Cittä S. Sepolcro sind einige 
Werke im Entstehen angeblich von seiner Hand; ein heil. 
Bischof Ludwig im öffentlichen Palast, zu S. Chiara ein Bild 
der Himmelfahrt mit den Aposteln in der Ferne und einem 
Chor von Engeln in der Höhe; vorn der heil. Franciscus, 
Hieronymus und andere Figuren, welche die Einheit der Com- 
position verletzen. Es ist noch etwas Altes darin, Trockenheit 
der Zeichnung, kleinliche Falten, gut verkürzte, jedoch zuweit 
auseinander stehende Fiisse. Uebrigens deutet sich in Zeich- 
nung, Haltung und Colorit der Figuren jener Styl an, den sein 
Schüler z?) Pietro Perugino verbesserte und Raffael 
vollendete.  
In, der zweiten Hälfte des Jahrhunderts finden sich in 
Foligno gute, man weiss nicht wo gebildete Maler ein. Im 25. 
B. der Antichitü picene lesen wir, dass in S. Franceseo zu 
Cagli ein sehr schönes Gemälde vorhanden war  jetzt, mei- 
nes Wissens, nicht mehr  welches 1461 für llö Ducaten 
in Gold von M. Pietro di Mazzaforte und M. Niccolö 
Deliberatore, einem Foligner, gemalt ward. Zu S. Venan- 
zio in Camerino ist ein grosscs Altarblatt ganz auf Goldgrund, 
Jesus am Kreuze unter mehrcrn Heiligen, nebst drei kleinen 
evangelischen Geschichten. Die Inschrift ist: Opus Nicalai 
Fulginatis 1480; der Styl der der letzten Giottistcn, und 
kaum möchte ich noch zweifeln, dass er in Florenz sich ge- 
 22) Wenn die Sage von Pietro? vier und Zwßnzigjlihriger 
Blindheit wahr ist, so ehe ich nicht ein, wie er Sixtus lV. malen 
konnte. Andererseits ist diese Naehriclnt von seiner Blindheit von 
Vasari, dessen Familie mit jener so verbunden war, dass er wol 
über keinen Künstler weniger in Irrthnm seyn konnte. Für den 
Meisler jenes trelllichen Bildes, wovon ich heim Herzog von Ceri 
eine schöne Copie sah, möchte ich lieber Melozzo hallen, L, 
23) Wer Pie. P erugizxws Lehrer war, ist noch sehr ungewiss, 
, Q_
        

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