Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei in Italien vom Wiederaufleben der Kunst bis Ende des achtzehnten Jahrhunderts
Person:
Lanzi, Ludwig Wagner, Adolph Quandt, Johann Gottlob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1283299
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1287535
Drittes 
Buch. 
Römische 
Schule. 
319 
Ich gränze aber diese Schule nicht mit dem Kirchenstaate 
ab; denn ich würde dann Bologna, Ferrara und Romagna mit 
darin begreifen, deren Maler einem andern Bande vorbehalten 
bleiben. Hier betrachte ich mit der Hauptstadt bloss die ihr 
nächsten Provinzen, Lazio, Sabina, il Patrimonio, Umbria, 
Piceno, Urbino, deren Maler grösstentheils in Rom, oder Wg- 
nigstens von dortigen Meistern gebildet waren. Die geschicht- 
lichen Nachweisungen werden, nach Vasari, uns Baglione, 
Passeri, und Leone Pascoli liefern. Diese haben da 
Leben vieler Künstler, die in Rom arbeiteten, beschrieben, und 
der Letzte hat noch seine Peruginer Landsleute mit dazu ge- 
nommen. Er hat nicht soviel Verdienst, als die drei Ersten, 
ist aber darum nicht so zu verachten, wie in einigen Maler- 
brieferl Ratti, oder Bottari thaten, der ihn auch in den 
Anmerkungen zu Vasari nicht schont, indem er ihn einen 
elenden und wenig beachteten Schriftsteller nennt. Sein Werk 
über die Peruginer Künstler beweiset allerdings, dass er, was 
Andere übel und böse geschrieben, nachschrieb und defgemei- 
nen Ueberlieferungen über die Alten mehr Gewicht beilegte, 
als sich gebührte. In dem andern Werke aber, wo er vo-n 
den neuern Malern, Bildhauern und Baukiinstlern schreibt, darf 
man ihm den Glauben nicht versagen. Gleichzeitige Schrift. 
steller sind in jedem Geschichtfelde zu beachten, zumal wenn 
sie Bekannte und Freunde der Personen waren, von welchen 
sie schrieben; und diesen Vorzug hatte Pascoli, der ausser 
den Nachrichten aus ihrem Munde auch noch andere von ihren 
nachgebliebenen Vertrauten sammelte und keine Mühe sparte, 
die Wahrheit auszumitteln. Man sehe Cozzaßs Leben. 
Ferner sind seine Urtheile über die Künstler keinesweges zu 
verachten, weil er sie von damals lebenden Römischen Kiinst. 
lern einholte, wie Winckelmann T. I. S. 450 bemerkt; und 
irrten sie auch hinsichtlich der Griechischen Bildhauer, wie die- 
ser behauptet, so werden sie es darum nicht auch im Bezug 
auf die neuern Maler, namentlich Luti, welchem Paseoli 
wol wegen seiner Achtung und Hingebung mehr, als irgend 
einem, verdanken mag. 
Gelehrter und kritischer hatte Bellori das Leben Ande. 
rer beschrieben; Manches soll davon verloren gegangen seyn. 
Er hatte sich auf die Malerei gelegt, verliess sie aber, soviel
        

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