Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei in Italien vom Wiederaufleben der Kunst bis Ende des achtzehnten Jahrhunderts
Person:
Lanzi, Ludwig Wagner, Adolph Quandt, Johann Gottlob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1283299
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1287524
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Unteritalien. 
fortsetzten und einigerniassen" auch die ersten Grundsätze bei- 
behielten. Ohne von Pier dclla Franceca und Pietrq 
Vannucci zu sprechen, wollen wir mit Raffael beginnen. 
Er war zu Urbino geboren, Unterthan eines vom heiligen 
Stuhl abhängigen Herzogs, der in Rom dem Papste als Stadt- 
präfect diente, dessen Staat, nach erloschener männlicher Li, 
nie, der Kirche als Erbe heimliel. Mithin ist Raffael der 
Römischen Herrschaft nicht fremd. Ihm folgte Giulio Ro_ 
mano mit den Seinen; diesen die Zucca-ri und die Ma_ 
nieristen jener Zeit; bis die Malerei von Baroccio, Ba_ 
glione und Andern auf eine bessere Bahn geleitet ward. Nach 
diesen blühten die Sacchi und Maratta, deren Folgereihe 
bis in unsere Zeit reicht. Auch in diese Gränzen cingesch1os_ 
sen bleibt die Schule immer noch eine Schule von Inlündei-n, 
und reich, wenn nicht der Zahl nach, mindestens, so zu sagen, 
nach ihrem Münzgchalt, wonach Raf f ael allein viele Künsb 
ler aufwiegt. 
Die übrigen Maler, die in Rom lebten und die Grund_ 
sätze der Schule befolgten, mag ich Rom weder geben, noch 
nehmen, da ich gleich Anfangs mich verwahrt habe, miissige 
und zweckwidrige Streitigkeiten zu entscheiden. Noch wen; 
ger rechne ich diejenigen dazu, die dort lebten, aber e; 
nen ganz andern Styl befolgten, wie z. B. Michelangeh, 
da Caravaggio. Mögen ihn doch die Lombarden durch 
Geburtsrecht, oder die Venezianer durch Erziehungsrecht den 
lhrigen nennen; der Geschichte frommt es, das man in Rom 
von ihm schreibt, wo er lebte und auf den Geschmack dei- 
Einheimischen durch Beispiel und Schüler wirkte. Ebenso wer_ 
den hier viele andere Namen vorkommen, die hier und dort 
im Werke zerstreut sind. Dies ist Pflicht der Geschichte und 
zugleich eine unvergleichliche Ehre für die Römische Schule, 
Ials ob sie nämlich der Mittelpunct aller gewesen, und so viel 
treiiliche Männer dies gar nicht werden gekonnt hätten, wenn 
sie Rom nicht gesehen, nochder WVelt dafür gelten, wenn sie 
nicht Emu's Stimme hätten 4). 
4) Auch Lanzi kann sich der altvererbten Befangenlneit in dieser 
zaghaflen Erörterung über die Röm. Schule nicht einschlagen, 
welche Italien von je so unheilbrilngend war. Und dies nun gar im 
Gebiete der Kunst! W.
        

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