Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei in Italien vom Wiederaufleben der Kunst bis Ende des achtzehnten Jahrhunderts
Person:
Lanzi, Ludwig Wagner, Adolph Quandt, Johann Gottlob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1283299
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1287504
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Römisch 
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Oft; habe ich von Kunstfreunden den Zweifel aufwerfen hören, 
ob der Ausdruck Römische Schule bloss misbräuchlieh z) Oden 
eben so eigenthümlieh bedeutsam sei, als Florentiner, Bolognel- 
und Venezianer Schule. Und allerdings wurden diese in eine; 
langen Reihe von Jahrhunderten von Eingeborenen gegründet 
und fortgepflanzt; die Römische dagegen hatte, nach Einigen, 
nur Giulio, Sacchi und einige wenige geborne Römer, die 
da lehrten und Zöglinge bildeten; die ausserdem dort blühten, 
waren entweder aus einer andern Stadt des Kirchenstaats ge_ 
bürtig, oder ganz ausheimisch, und liessen sich theils in Rom 
nieder, theils zogen sie sich, wenn sie dort gearbeitet hatten, 
zurück und starben in ihrer Heimat. Wenn ich nicht irre, so 
ist dies mehr ein Wortstreit, gleich dem der sophistischen 
Peripatetiker gegen die neue Philosophie. Sie plapperten es 
eben auch so hin, dass diese gewisse Ausdrücke misbrauche, 
und z. B. Trägheitskraft sage, als könne, was blosse Trägheit 
lei, auch zugleich Kraft seyn. Ueber dies Bedenken lachten 
denn die Neuem und antworteten kalt, wenn ihnen das Wo": 
Kraft misfiele, so möchten sie dafür nur Natur, oder ein ;m_ 
deres gleichbedeutendes setzen; übrigens sei es verlorne Mühe, 
über Wörter zu zanken und die Sache fallen zu lassem 
Dasselbe nun könnte man auch in unserm Falle sagen, und 
wer das Wort Schule nicht billigt, der setze dafür Universität, 
Hochschule, oder ein anderes, welches einen Ort bezeichnet, 
wo Malerei gelehrt und getrieben wird. Wie nun die gelehr. 
ten Hochschulen immer von den Orten benannt werden, und 
man also die Paduaner, oder Pisaner Hochschule sagt, wenn 
gleich die Lehrer grossentheils, oder durchweg Ausheimisehe 
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1) Vgl. Ueber den Geist und das Wirken der Röm. Malerchule, 
im Kunßtbl. 1825. N. 95. 96. 97. 98. von Freyberg. W. 
2) Da! Unzureichende des geographischen Eintheilungsgrundes fing 
allerdingl bei der Röm. Schule gang besonder auf. Q.
        

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