Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei in Italien vom Wiederaufleben der Kunst bis Ende des achtzehnten Jahrhunderts
Person:
Lanzi, Ludwig Wagner, Adolph Quandt, Johann Gottlob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1283299
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1287446
310 
Buch. 
Zweites 
Die 
Siener 
Schule. 
welche der Grossherzog von Toscana besitzt, und der heil. 
Sebastian, von Irene geheilt, sind in diesem Geschmack. Und 
dies war nicht der einzige, in welchem Rus tichino malte. 
Er war in Rom gewesen, hatte die Caracci und Guido stn- 
dirt, die er hier und da in seinen Werken nachahmte, ohwnl 
in allen etwas Ureigenthümliches ist. Vor allen giebt man in 
Siena einer Verkündigung, zu Provenzano, den Vorzug, vor 
welcher die heil. Jungfrau Katharina betet, und wo viele En- 
gel befindlich sind. Gefüllt Rustichino in andern Werken, 
so entzückt er in diesem. Eines hatte er in einem öffentlichen 
Palaste begonnen. Es sind Vorfälle aus der Geschichte der 
Stadt. Sein Vater, der in Figuren nicht so stark war, als in 
Verzierungen, arbeitete auch daran; es ward aber von Andern 
vollendet.  
Rutilio Manetti, oder wie Ritter Pecci schreibt, 
Mannetti, folgte dem Caravaggio mit weniger Wahl, 
aber mit mehr Kraft in den Schatten. Seine Gemälde in 
Siena unterscheidet man leicht von den übrigen; denn nie 
haben fast immer etwas Finstere, was das gehörige Gleichgn- 
wicht zwischen Licht und Schatten aufhebt. Dasselbe kann 
man an vielen seiner Zeitgenossen ausstellen, wie ich beinah 
in jeder Schule bemerke. Die Art, dierFarben zu reinigen 
und anzumischen, war schlecht; und der Nachtheil dieses V". 
derbnisses zeigte sich noch nicht an den Bildern, woran rnnn 
nur die grose Wirkung sah, welche das Jahrhundert so gern 
hatte. Manetti verband damit eine richtigem Zeichnung, 
nicht gemeine Ideen, schöne Bauwerke; wesshalb man ihn zu- 
weilen lieber mit Guercino, als Caravaggio Vergleichen 
möchte. Aber auch von diesem unterscheidet er sich nicht 
wenig, wenn er Kleider von weisser Farbe malt, was er gern 
that, vermuthlich um seine Schatten zu heben und aus zwei 
so entgegengesetzten Farben die grösste Wirkung zu ziehen. 
ntüeke als Tugbilder malte. Von dem Standpuncte der gänzlichen 
Vßrinung zu dem Garn vaggischen Geschmack, den Hon lh o rst 
ßnnnhm, bis zu den klaren, reinen, tiefen Quellen der Schule, deren 
Ahnherrn die Eyke sind, den Weg Schritt vor Schritt zu zeigen, ist 
fast unmöglich; denn Ausgangl- und Endpunct liegen himmelweil: von 
einander entfernt und der Genius der Kunst gleicht einem gefallnen 
Engel. Q. 
        

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