Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei in Italien vom Wiederaufleben der Kunst bis Ende des achtzehnten Jahrhunderts
Person:
Lanzi, Ludwig Wagner, Adolph Quandt, Johann Gottlob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1283299
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1287433
Dritter 
Zeitraum. 
Verfall. 
Salimbeni. 
309 
Alle gestehen ihm grossartige Zeichnung, Geschmack in Schati 
ten und 'l'inten zu, nicht ohne einige Nachahmung des Cor- 
tona, der damals auch die Zeitgenosse-n ansprach. Die Ge- 
hurt unseres Herrn in der Paee zu Rom und andere Bilder 
von ihm haben nicht wenig Cortonisehe Gedanken und Ge- 
gensätze. Dort lebte er lange Zeit und wird daher von Titi 
oft erwähnt. Toscana hat nicht wenig Werke _von ihm; zu 
S. Caterina in Pisa ist ein Bild dieser Kirchenheiligen, in 
Florenz die Gemälde im Saale Riccardi, zu S. Giorgio in 
Siena der Gang Christi nach der Sehedelstätte. Diese werden 
zu seinen vorzüglichern gerechnet; das letzte hat sich a1 sein 
Meisterwerk erwiesen. Beide Brüder erhielten die Zeichen der 
Ritterwürde, welche der zweite sich eher rerdiente, als der 
erste. 
Zeitgenoss des Ritters Ruffael, und in Rom zu S. Maria, 
della Pace, wie an mehrem Orten in Siena auch sein Mit- 
werber, war Bernardino Mei. Ich weiss nicht, wer sein 
Meister gewesen, und P. della Valle, der Manches von ihm 
gesehen, vergleicht ihn bald mit Caracci, bald mit Paolo, 
bald mit Guercino, beinah wie die philosophischen Eklek- 
tiker bald die Meinung dieser, bald jener Schule annehmen. 
Er lobt besonders die Antlitze seiner Köpfe und giebt für sein 
bestes Gemälde ein Frescobild im Hause Bandinelli aus, 
eine Aurora. an der Decke mit mehrern andern artigen Figu- 
ren und Gedanken. 
Mehr als die Vorgenannten wird in Siena Francesco 
di Cristofano Rustici gepriesen, genannt il Rusti- 
chino, entweder weil er der letzte eines Geschlechts war, das 
vor ihm drei Maler gegeben hatte, oder weil er jung starb. 
Dies hat vielleicht zu seinem Ruhme beigetragen. Man hat 
kein Gemälde von ihm, das weniger als schön wäre, wie es 
doch oft Künstlern begegnet, die alt werden und an Fleise 
verlieren, wie sie an Ruf und Jahren Vorrücken. Er ist ein 
artiger Caravaggist und thut sich besonders in gesperrtem. 
Licht. oder Kerzenlicht hervor, dem Gherardo sehr ähnlich, 
vielleicht auch noch gewählter 4). Die sterbende Magdalena, 
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4) Unter Qher ardo verstehn die ltslienerG erhnrd t H0 n th orst 
und geben xhm den Zunamen d e l l a N o tl. e, weil er mehr Nacht-
        

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