Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei in Italien vom Wiederaufleben der Kunst bis Ende des achtzehnten Jahrhunderts
Person:
Lanzi, Ludwig Wagner, Adolph Quandt, Johann Gottlob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1283299
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1287417
Dritter 
Zeitraum. 
Verfall. 
Salimbeni. 
307 
Ritter Francesco Vanni ist nach der Meinung Vieler 
der beste Maler der Schule und wird in Italien selbst unter 
diejenigen gerechnet, welche die Malerei im sechzehnten Jahr- 
hundert wiederherstellten. Die erste Bildung dieses Geiste; 
ist wahrscheinlicher dem Bruder, als dem Stiefvater, zuzuschrei- 
ben. Ein Jüngling von ungefähr sechzehn Jahren, begab er 
sich nach Rom, um nach Raffael und den besten Meistern 
zu zeichnen; und einige Zeit ward er von Gio. de' Ve cchj  
geleitet, dessen Styl er in die Heimat brachte. Proben davon 
findet man in mehrern Kirchen und man weiss, dass sie seinen 
Mitbürgern nicht geiielen, was ihn kurze Zeit verdross, nach- 
her aber zu dauernder Zufriedenheit führte. Denn er ent- 
schloss sich damals, wie sein Bruder bereits gethan hatte, die 
Lombardische Malerei kennen zu lernen, hielt sich also in 
Parma und Bologna auf, um dort zu copiren. Ugurgieri 
sagt, er sei von 1667 da gewesen, als er acht Jahre alt war. 
Dies halte ich für ein Mührchen; Mancini, der doch Vanni 
kannte, wusste nichts davon. Malvasia erzählt es dem 
Ugurgicri auf Treu und Glauben nach, findet aber keine 
andere Nachricht über Vanni in Bologna, als dass er bereits 
erwachsen dahin gekommen, und in der Akademie des Facini 
und Mirandola gearbeitet, wo ihn vielleicht sein Marcucci 
 einführte. Er hinterliess auch dort manches Caracc-ische Werk, 
wenn anders eine Madonna von ihm ist, die mir in einer 
der Bildersannmlungen ZambeccarPs als ein Vanni angege- 
ben ward. Auch die Flucht nach Aegypten für S. Quirico 
in Siena hat unverkennbare Spuren der Bologuer Schule. 
Wiewol er übrigens sich in andern Stylen versuchte, 
machte er es doch nicht, wie Casolani, der an keinem je 
festhielt. Vanni blieb bei dem artigen undbliihenden desBaroe- 
ci, welcher ihm auch trefflich gelang. Dies bßWßiSßi in Rom 
der Fall des Zauberer Simon in S. Pietro auf Schiefer; 
ein Gemälde, das trotz des unverständigen Putzens in den letz- 
ten Zeiten doch immer Bewunderung erregt. Es ist in Baroc- 
cischer Art gezeichnet und colorirt, und mit einer Sorgfalt an- 
gelegt, welche der Feuchte der Kirche widerstanden hat und 
nicht Wegschaifung nöthig machte, wie vielen andern wieder- 
fuhr. Auch in Siena und andern Italischen Städten hat er 
Bilder gemalt, in welchen er mehr, als Viviani, oder" ü" 
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