Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei in Italien vom Wiederaufleben der Kunst bis Ende des achtzehnten Jahrhunderts
Person:
Lanzi, Ludwig Wagner, Adolph Quandt, Johann Gottlob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1283299
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1287406
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Zweites 
Buch. 
Die 
Siener 
Schule. 
ziemlich grosse Erwartungen, die er aber mit der Zeit nicht 
erfüllte. Er hinterliess dort nicht wenig Frescobilder, die 
Baglione lobt; Vunter welchen Abraham, der die Engel an- 
betet, in einer Jesuitencapclle, Werk eines vollendeten lllalerg 
scheint. Es ist etwas Fröhliches und Anmuthiges in den Tin- 
ten und Gesichtern, das er immer behielt; überdies eine Zeich- 
nung und ein Helldunkel, das er später grossentheils in seinen 
Bildern vernachlässigte. Etlichemal arbeitete er im Verein mit 
Vanni, und vielleicht lernte er von ihm, obwol dieser acht 
Jahr jünger war. Gewiss ist, dass er in vielen Werken ihm 
in der Baroccischen Behandlung glich; kaum steht er ihm 
in Anmuth der Umrisse, im- Ausdruck, in Weichheit und Vey. 
schmelzung nach. Man bewundert ihn in der Kirche des heiL 
Quirico und Domenico; dort ist eine Engelcrscheinung am 
Grabe von ihm, hier ein Gekreuzigter unter mehrern Heiligen, 
die vor seinen gewöhnlichen Werken sich hervorheben; und 
Siena hat andre verdienstliche auch an andern Orten, besqn- 
ders wo er die grossen Künstler seiner Schule nahe 111mm 
Schöne Bilder malte er auch im Servitenkloster zu Flßfenz, 
mit Poccetti wetteifernd, und im Dom zu Pisa, wo er neben 
so vielen Tüchtigen arbeitete. Die Vermählung der Jungfrau 
im Dom zu Foligno, der heil. Gregor zu S. Pietro in Peru- 
gia, andere Werke zu Lucca, Pavia und in mehrern Städten 
ltaliens-bestättigen, was Baglione von ihm sagt, dass er 
sich nie an einem Orte ailzulange aufhalten mochte. In Ge- 
nua jedoch blieb er nicht so kurze Zeit. Das schüne Zimmer- 
im Hause Adorno und andere Werke, welche er dort nusge- 
führt, sind noch vorhanden; einige andere sind untergegangem 
Er war mit Agostino Tassi dahin gegangen, der ihm a]; 
Verzierungs- und Landschaftmaler diente; und vielleicht kam 
durch seine Bemühung auch Ottavio Ghissoni aus Siena 
dahin, der, wenn ich nicht irre, in der vaterländischen Ge. 
schichte unerwähnt geblieben; ein mehr heiterer, als cßlTectel- 
Frescomaler! Er hatte in Rom unter Cherubino Albert; 
studirt; aber sein Vaterland, sei-n Styl und die Zeit Seiner 
Ankunft in Genua führen auf die Vermuthung, dass er auch 
Salimbenibenutzte. Soprani gab dem Ventura den Zu- 
namen Bevilncqua, den er aber vielmehr vom Card. Bevilae- 
qua in Perugia erhielt, als er ihn zum Bitter machte.
        

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