Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei in Italien vom Wiederaufleben der Kunst bis Ende des achtzehnten Jahrhunderts
Person:
Lanzi, Ludwig Wagner, Adolph Quandt, Johann Gottlob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1283299
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1287368
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Zweites 
Buch. 
Die 
Siener 
Schule. 
gewanderte Künstler entstandene Leere der Stadt wieder mit 
andern. Geblieben war Rustico und der vorzügliehere Ri e- 
cio, der zu Cusimws Ankunft eine berühmte Scene malte; 
eine Fertigkeit, die wir schon an ihm kennen lernten. Da, 
waren Tozzo und Bigio, welchen Lancillotti im O3, 
gidi unter die beriihmteren Maler zählt; ich glaube, in kleinen 
Figuren, die man noch von ihm hat, und deren Maler man 
leicht verwechselt, weil beide im Style höchst gleich waren. 
Von einem derselben konnte Arcangiolo Salimbeni wol 
die Anfangsgründe der Kunst erlernen, den Baldinucci ileut- 
lieh einen Schüler Federigo Zuccari's nennt. Es kann 
seyn, dass er, wie der Geschichtschreiber weiter erzählt, bei 
seinem Aufenthalt in Rom mit diesem Meister vertraut gewor- 
den; sein Styl aber verräth ganz andere, als Zu ccarisehe 
Grundsätze; und wie sehr man auch geforscht, hat man doch 
auch nicht Ein Gemälde finden können, das diese Schule ver- 
riethe. Er liebt mehr die bestimmte, als die markige Zeieh- 
nung, so dass man eher; an Pietro Perugino erinnert 
wird, wie della Valle an einem mit sechs Heiligen Ge- 
krcuzigten in dem Sprengel von Lusignano bemerkt. In an- 
dem Bildern in Siena, wie dem heil. Petrus Martyr bei den 
Dominieanernz), ist er ganz modern, aber fleissig und von 
den Fehlern frei, die man oft Fcd erigo naehweiset, damals 
einem Vorläufer des ildanierirten. Es war ein Glück für diese 
Schule, dass, als nun auch Riccio dahin war, dieser Künst- 
1er eintrat, der, wenn nicht grossen Genius, doch wenigsten; 
Urtheilskraft genug hatte, dem Verderbnis seiner Zeit nicht zu 
verfallen. So blieb denn bei der allgemeinen Ansteckung der 
Schulen diese verschont, oder wurde doch minder berührt, und 
ihre neuen Zöglinge bemühten sich um die Verbesserung der 
Kunst in Italien. Sie waren nicht, wie Mechcrino, blogg 
der Heimat ergeben, sondern malten gleich gut nusserhalb 
Siena, begaben sich in andere auch noch so ferne Städte und 
L 
2) Sein Name steht darauf und das Jahr 1579, welches aber falsch 
Beyi muss, Arcanginlnüw Frau verheiralhele sich nach Seinem 
Tdde wieder, und gebar 1565 Fra n rrescu Vn nn i. Er konnte alw 
nicht Arcnngioloü Srliüler soyn, ohwol man dies gewöhnlich 
meint. Wul konnte dieser auch seinen Venturn und Surwi und 
Casoiani nur kurze Zeit unterrichten, wenn ihre Geliurlnungulne 
richtig in. L. 
        

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