Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei in Italien vom Wiederaufleben der Kunst bis Ende des achtzehnten Jahrhunderts
Person:
Lanzi, Ludwig Wagner, Adolph Quandt, Johann Gottlob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1283299
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1287331
Zweiter 
Zeitraum], 
Auswärügex 
Nlal er 
in 
Siena. 
299 
noch Einiges über das Verfahren in dieser Kunst beibringqzu. 
Sein erster Versuch war ein Bild aus eingeicgtex- Heimarbeit, 
welches lange in der Werkstätte der Vanni aufbewahrt wurde, 
dann in das Haus der Grafen Delci kmn. Er stellte da die 
Bikehrung Pauii dar, und brauchte Hölzer von wenig Fan-hin, 
welche hinrcichtcn, ein Monochronn zu bilden. Nach diesem 
Muster wählte er nun weissen Marmor für die Lichter der Fi- 
guren, grauen für die Halbtinten, schwarzen für die Schatten, 
und für die lebhaftern Züge manchmal auch schwarzen Kitt. 
Ans solchen, lauter inländischen, Marmorn schnitt er die 
Stücken und fügte sie so meisterlich zusammen, dass man 
nicht leicht unterscheidet, wo eines endet und das andere an- 
fängt. Daher hat man geglaubt, es sei in diesem Fussboilen nur 
weisscr Marmor, und Halbtintcn, wie Schatten seien mit starken 
Baizen bewirkt, die den Marmor OTWBlChE und innen und aus- 
sen gefärbt. Aus einem Briefe GallaccinPs schliesst man, 
dass einige Siener so dachten; und aus einem andern Mariet- 
te's sieht man, dass dieser grosse Kenner eben auch davon 
überzeugt war, und Bottari überzeugte"). Aber gegen 
diese Meinung streitet das Auge, welches die Fugen, wo eine 
Farbe endet und eine andere anfängt, wohl entdeckt. Daher 
hält der Herausgeber der Siener Briefe mit mehren verständi- 
gen Männern diese Färbung für ein lllilhrchen. 
Das Wahre ist, das Geheimnis Marmor zu färben wurde 
nicht damals, sondern später in Siena entdeckt, und Ritter 
Michelangiolo Vanni, dessen Entdecker, wolltees auch 
bei der Nachwelt im Andenken erhalten 24). Er errichtete sei- 
nein Vater Francesco ein Grabmal mit Säulen, Verzierun- 
gen, Laubgewinden und Kindern, nebst dem Familicmvappen; 
alles auf eine grosse weisse Platte gezeichnet, aber allenthal- 
ben künstlich nach der Natur gefärbt; daher es denn wie ein 
Marmorgefüg aussieht. Man glaubt, die Farben seien dem Mar- 
mor mit einem lllineralextract gegeben, weil sie tief eindrin- 
gen. Auf der Inschrift des Grabmals nennt er sich lirlinder 
23) S. Lrlt. pillar. T. I. p. 311. T. IV. p. 344. und die Anmer- 
Zulagen zu Vasari T, IV. p 436. der Flur. Ausg. L. 
24) Er schrieb: Francisco Vrmnio .  . Mfclzel Angefus .  . "ß- 
vae lnqius in petra pingemli arti: iuvenlor e! Raphael . . . Filii 
przrcnli oplium m, p, a, 1656. L,
        

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