Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei in Italien vom Wiederaufleben der Kunst bis Ende des achtzehnten Jahrhunderts
Person:
Lanzi, Ludwig Wagner, Adolph Quandt, Johann Gottlob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1283299
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1287322
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Zweites 
B u 12h, 
Die 
Sien er 
Schule. 
dings in Gebinde und Gesicht, was sie fleht. Wer nach Duc- 
cio das Werk fortsetzte, ist nicht ganz bekannt; man lieseg 
von einem Urbano da Cortona unrl einem Antonio F3- 
derighi, welche zwei Siliyllen gezeichnet und zusammenge- 
fügt haben sollen; und so findet man andere von mittelmässi- 
gen Künstlern gezeichnete. Einigermassen jedoch führten auch 
sie die Kunst weiter, weil sie die Figuren eingruben, oder ein- 
ritzten und die vom Eisen gemachten Risse mit Pech, Oder 
einem andern schwarzen Gemisch ausfüllten, welches gleich- 
sam der Entwurf des Monochroms war. Auf diese folgte Mar- 
teo di Giovanni, welcher seine Vorgänger aufmerksam be- 
trachtete und zu übertrefiexi strebte. Er bemerkte am Gewand 
eines David eine Marmoriuler, welche eine ganz natürliche 
Farbe gab und durch den Gegensatz der Farbe das Knie und 
Bein der Figur gleichsam rund hervortreten liess; so fand ei- 
auch an einem Salomon eine Verschiedenheit des Marmors, wn_ 
durch sich eine Wirkung hervorbringen liess. Er wählte also 
Marmore von verschiedenen Farben, fügte sie zusammen, wie 
man beim Tafelwerk bunte Hölzer znsammenfügt, und bildete 
so "ein Werk, welches man ein Nlarmorgemiilile nennen knnm 
So filhrte er einen blord der ilnsehuliligen Kindlein aus, den 
er immer wiederholte, wie ich beobachtet habe. Und so bahnte 
er dem Be ccafumi den YVeg, jenen Fussboden immer besser 
und so zu bearbeiten, dass er, nach Vasari, der schönste, 
grösste und prächtigste ward, der je gewesen. Diese Arbeit 
war gleichsam sein Zeitvertreib bis in sein Alter, und wenn ei- 
gleieh mitunter auch malte, liess er ihn doch bis an seinen 
Tod nicht; daher auch später einige [iarstellungen von Andern 
nach seinen Cnrtons, wie man glaubt, vollendet wurden. Ei- 
st-llte das Opfer lsaalös dar in ganz wahrhaften Figuren, und 
das {Vunder Mosis, welcher Wasser aus dem Felsen schlägt 
mit wehrhaften Juden, welche berbeieilen zu kosten und ihren 
Durst zu stillen; und so mchr-re andere Gegenstände, welche 
Vasari und genauer noch Landi beschreibt"). Ich will 
22) Lett. senßrsi T0. ITT. lell. G. S. auch den achten Br, S. 223, 
wo viel Bemerkungen über die Zeichnung  und die 
den Gebrüdern M artini, trelllichen: Bildhauerin ihrer Zeit, aufgetra- 
gene Ausführung sind Von AndreaniH und späterhin Gabug- 
giani"! Stichen davon u, Bultnri in den Noten au": Leben 171c- 
cln erf n! '.v S. 435. L.
        

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