Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei in Italien vom Wiederaufleben der Kunst bis Ende des achtzehnten Jahrhunderts
Person:
Lanzi, Ludwig Wagner, Adolph Quandt, Johann Gottlob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1283299
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1283991
Ueber 
LanzPs 
Kunsiausichl. 
XXXHI 
zu Rom und seine Geschichte der Kunst ales Aller- 
llunns an unzähiigen Stellen und im Allgemeinen. Ue- 
berhaupt beruhte seine lilrkenntnis des Schönen mehr auf 
kräftigem Gefühl und Anschaun des Wirklichen, als auf 
Begriffen und Principien. Erstere lassen sich aber nichtdureh 
Lehre übertragen, sondern nur durch Begeisterung ver- 
wandten Geistern miltheilen und in ihnen entzünden. Leider 
aber stand er in dieser Hinsicht sehr einsam in seiner Zeit. 
Wer diese Zeit auf eine eben so gründliche, als anmulhige 
Weise will kennen lernen, kann sich hierüber durch 
Götlzew Schrift: Winckelmanu. und sein Jahrhundert 
unterrichten. 
Wi n ckelm a nn versuchte sogar in einer Abhandlung 
die Idee der Schönheit deutlich zu machen, was wegen der 
Doppelseitigkeit der Schönheit, die geistig und sinnlich zu- 
gleich ist, immer ein misslicher Versuch bleibt. 
Da es den philosophischen Schulen damals iiberhaupt 
an geläulerter gründlicher Kritik , und auch diesem ausge- 
zeichneten Geiste wol an philosophischer Methode fehlte, 
sein ganzes Wesen vielmehr, wie wir schon bemerkt haben, 
auf Anschauung und sich selbst innigst bewusstesGefühl ge- 
stellt war, so hat diese Abhandlung von der Fähigkeit der 
Empiindung des Schönen in der Kunst und dem Unterrichte 
in derselben wenig Eingang gefunden, ja wol "gar Wider- 
spruch von denen erfahren, welche sich an F ormales halten. 
Gleichwol ist es sehr merkwürdig, wie nahe, auf_ negative 
Weise ausgesprochen, Winckelmann der kantischen Er- 
kenntnis des Schönen kommt, indem er sagt: "Der Vorwurf 
(Gegenstand) dieses Gefühls ist nicht, was Trieb, Freund- 
schaft und Gefälligkeit anpreisen, sondern was der innere 
Sinn, welcher von allen Absichten geläutert seyn soll, um 
des Schönen willen selbst, empiindet." Bald darauf sagt er 
auch: "Das Werkzeug dieser Empfindung ist da; äusgere 
Sinn, und der Sitz derselben der innere." 
YVi n c k elm a n n 's Freund Me n g s hatte sich ebenfalls 
gedrungen gefühlt, die schon mehrmals angeführten Betracln- 
tungen über die Schönheit und über Geschmack in der Ma- 
lerei herauszugeben, welche später nochmals in Italienischer
        

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