Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei in Italien vom Wiederaufleben der Kunst bis Ende des achtzehnten Jahrhunderts
Person:
Lanzi, Ludwig Wagner, Adolph Quandt, Johann Gottlob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1283299
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1287247
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Z w eites 
Buch. 
Die 
Sieng: 
Schule. 
Gedanken führte er in einem Zimmer, das jetzt den Ilerren 
Bindi gehört, aus, welches P. della Valle für sein Meister- 
Werk hältu). Die Figuren sind wie in den Rnffaebsehen 
Logen; klein, und" darum besser gezeichnet, thiitiger, besser 
eolorirt, als die im Geriehtsanle. Denn Illecherinzfs Sty1 
ist in der That, wie eine Flüssigkeit, welche in einem kleinen 
Glase ihre Kraft behält, in ein grösseres Gefäss umgefiillt ver- 
duftet und verliert. Dies hatte er mit unzähligen Andern 
eben auch gemein; eigen aber war, was er_ dem Vasuri mit- 
theilte, dass er ohne die Luft von Siena nicht gub arbei- 
ten könne. Guglielmo schreibt dies dem Himmelstriehe zu; 
und so wäre dies ein gutes Geheimnis, ihn mit Malern zu b„_ 
Völkern. Vielleicht hat man es auf die grössere [iuhe und 
behagliche Gelassenheit zu beziehen, die er in seinem Hause, 
unter seinen Freunden, unter Bürgern genoss, die gern mit 
Lob ermuthigten, nicht mit Tadel niederdrüekten, unter den 
Schauspielen und der muntern Lebensfülle seiner Vaterstadt,  
Dinge, die jeder dort Geborene ausserhalb Siena vermisst und 
nicht leicht findet M)! 
Mecherinavs hier gcschildcrter Styl starb mit ihm m"; 
denn Giorgio da Siena, sein Schüler, legte sich auf Grat- 
tanken, und hielt sich daheim, widzu Rom, an Gio. da U d in," 
13) Lau. am, T. III. p. 200. Q. 
14) Beceafumi scheint mir zwar weniger einschmeicbelnde An_ 
muth seinen Bildern zu verleihen, als Sodoma, diesen aber in Im, 
her ächönlieit der Formen nicht allein zu erreichen, sondern in einem 
Ernste des Styls zu übertreffen. ln der Gallerie Borghese in Rom 
ist in dem letzten Zimmer, wo die nackten Bilder aufgestellt sind, 
eine Frauengestalt, von höchster Schonheit und Adel der Formen, 
von Beccafu mi. Auch dieser Meister ist noch zu wenig von den 
Kupferstechern benutzt. worden.  Ob Beccafumi selbst sulltq in 
Holz geschnitten haben, ist sehr zweifelhaft; doch haben andere und 
lehr berühmte Künstler nach seinen Werken Holzschnitte in Chur- 
Obscur geliefert. S. Baftsclt peinlre graveur. V01. 12. N9 L 
Eva, 2. Abel, 4. der mit historischer: Bildern geschmückte Fusshq- 
Jien im Dom zu Siena, 13. St. Philipp, 23. ebenderselhe, I4. S:_ 
Peter, 15. Ein Apostel, 12 Studien und einige ihm ungewiss zuge- 
schriebene Werke. In dem Handbuch _fu'r Kunstlirbh. und Szmunlm- 
von M. Huber, herausgeg. von Rost, 3. B. werden ihm diese und 
einige andere Holzschnitte zugeschrieben, S. 68, auch irrig einige 
Kupferstiche angeführt als meine eignen WVerke, S. ßurtleh 
peintrn grnveur Pol. 15. p. 461. Q.
        

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