Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei in Italien vom Wiederaufleben der Kunst bis Ende des achtzehnten Jahrhunderts
Person:
Lanzi, Ludwig Wagner, Adolph Quandt, Johann Gottlob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1283299
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1287226
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Zweites 
Buch. 
Die 
Siener 
Schule. 
gendwo Anselmi genannt, der eigentlich nur sein Verwandte;- 
war, und Arcangiolo Salimbeni, der bloss, weil er ein 
Bild vollendete, als jenen der Tod übereilte, für seinen Schü- 
ler gehalten worden ist. Mit diesem werden wir den neuen 
Zeitraum der Schule beginnen müssen. 
Mecherino, oder Domenico Beceafumi erhielt 
diesen Zunamen von einem- Siener Bürger, der ihn als Hirten- 
knahen etwas auf Stein zeichnen sah, und weil er seinen Geigi; 
nhndete, ihn vom Vater sich erbat, nach der Stadt brachte, 
und, wie Gigli sagt, bei Capanna in die Lehre gab. E1- 
übte sich nun im Copiren von Zeichnungen guter Meister, 
und von Gemälden Pietro Peruginws, dessen Styl er 
zuerst annahm. Auch legte er ihn nie ganz ab, und ward 
desshalb auch in den Arbeiten im Dom zu Pisa, die doch ggf, 
nem reifern Alter angehören"), der Trockenheit wegen geta_ 
delt. In Rom, wohin er unter Papst Julius II. ging, eröHnete 
sich ihm ein neues Feld in den alten Marmorwerken, die er 
fleissig zeichnete, und in den Malereien, die schon Michel- 
angelo und Baffael zur Nacheiferung gereizt hatten. Als 
er zwei Jahre darauf in seine Heimat klllftß und dort grosse 
Studien in der Zeichnung fortgetzte, fühlte er sich stark genug, 
mit Razzi um den Preis zu ringen, und, wenn wir Vasari 
glauben, besiegte er ihn auch. Man kann es, ihm zugeben 
rücksichtlich der Perspeetive und der Fülle malerischer Erfin- 
dung, Uebrigens wird in Siena Mecherino dem Razzi 
vorgezogen, und die verschiedenen Orte, wo simwetteiferten, 
erleichtern die Vergleichung. Anfangs folgte er seinem angü 
borenen sanften Sinne und malte in einem süssen Style, DM 
mals wählte er schöne Gesichtsbildungcn; vor allen wiederholte 
er oft den Kopf einer Geliebten. Man lobtl in dieser Gattung 
das Bild zu S. Benedetto bei den Olivetanern, wo er mit de", 
Schutzheiligen und Girolumo die Jungfrau Catharinn um] 
kleine Vorfälle aus ihrem Leben malte. Der letzte Herausge- 
ber des Vasari zieht dies Werk vielen andern vor, um] be_ 
klagt, dass er später das Buonarrotisch-Krüftige lieb ge. 
l 
12) S. Morrnna Ta. l. p. H6. lßlecherino malte dort die 
Evangelisten und einige (äeschiclnlen Mnsis; Razzi eine Kreuzab_ 
nahme und ein Opfer Abrahams, welches seine letzten und nicht seine 
besten WVerke sind, L,
        

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