Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei in Italien vom Wiederaufleben der Kunst bis Ende des achtzehnten Jahrhunderts
Person:
Lanzi, Ludwig Wagner, Adolph Quandt, Johann Gottlob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1283299
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1287200
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Buch. 
Zweites 
Die 
Siener 
Schule. 
rnzzi war davon entzückt und-behauptete, er habe nie die 
Gemüthsbewegungen in Ohnmächtigen so dargestellt gesehen. 
Im Allgemeinen jedoch ist in seinen Gemälden ein Aussehen 
und eine Mannichfaltigkeit der Köpfe, die er keinem nachge- 
ahmt hat; und hierin scheint ihn Vasari zu bewundern, 
Vermuthlich nahm er sie aus dem Volke von Siena, wie An- 
dere aus jener Schule thaten, die in den Gesichtern etwas Fröh- 
liches, Oifenes, eine angeborne treuherzige Lebhaftigkeit aus- 
drücken. Oft arbeitete er ohne vorgiingige Studien, bloss hand- 
fertig, besonders, als er bereits alt in Pisa, Volterra, Lucca 
Arbeit suchte, woran es in Siena fehlte; aber in jedem Seiner 
Bilder zeigensich Spuren eines tüchtigen Künstlers, der nicht 
gut arbeiten will, aber nicht schlecht arbeiten kann. Va_ 
sari, der diesem Künstler sehr feindlich gesinnt ist, und ihn 
meistens den grossen Narren nennt, hat dem Zufall, dem 
Glück, dem Talent zugeschrieben, was er Gutes leistete; a1 
Wär' er für gewöhnlich ein schlechter Maler gewesen. Hier 
aber hatte ihn sein Gedächtnis verlassen; denn im Leben Me_ 
cherinoßs gestand er, dass Stodoma gründlicher Zeichner 
gewesen; anderwärts hat er sein feuriges Colorit, das er aus 
der Lombardei mitgebracht, gelobt; und eh' er seine Greises- 
werke beschrieb, hatte er die übrigen oft schön, zuweilen sehr 
schön und wundernswerth genannt, so dass man von ihm auch 
sagen könnte modo ait, modo negat. Giovio schrieb, dem 
öffentlichen Rufe folgend, ganz anders. Als er Baffaeps 
Tod erwähnt, setzt er hinzu: plures pari paene gloria cerlan- 
tes artem exceperunt, et in in's Sodomas Vercellensisg). Wer 
befinden, und neuerlich noch einmal, jedoch ziemlich flüchtig, gesto- 
eben. Es wäre wünschenswerth, dass die besten und lleixsigsten 
Kupfersteeher sieh Bilder dieses Meisters und überhaupt der Siener, 
noch zu wenig benutzten, Schule zu Gegenständen wählten, da 
diese sich durch Schönheit der Zeichnung und Formen besonders 
hiezu eignen, worauf ihr Verdienst mehr beruht, als auf Farbenzuu- 
her, den doch einmal die Knpferstecherei nicht wiederzugeben 
vermag, Q. 
9) Bei P. dellß Vulle im supplenz. alle vila da" Gin. Ant. 
Rllzzi- S. Vanari ed. sen. p. 207. Auf der folgenden: Seite scheint 
ein lrrthum in der Zeitfolge sich eingeschlichen zu haben, indem, 
nach B a l d in u c c i, R a z z i 1479 geboren und sein Bild des 
heil. Franciscus 1490 gemalt seyn soll  also in seinem elften 
Jahrel? L.
        

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