Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei in Italien vom Wiederaufleben der Kunst bis Ende des achtzehnten Jahrhunderts
Person:
Lanzi, Ludwig Wagner, Adolph Quandt, Johann Gottlob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1283299
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1287199
Zweiter 
Zeitraum. 
Auswärtige 
Maler 
in 
Siena. 
285 
Hclldunkel, und manche andere Eigenheiten der alten lilailän- 
dischen Schule und des Giu venone, der in Sodomzvs ersten 
Jahren zu Vercelli blühte; und ich glaube Spuren dieses Styls 
in den Werken Gio. Antonicfs zu erblicken; ich meine 
namentlich jene, die er malte, als er noch ganz frisch aus 
jener Schule herkam. Die Bilder in S. Benedetto, die er in 
Monte Oliveto 1502 malte, und welche der Geheimschreiber 
der Florentiner Akademie , Giulio Perin i, sehr gut beschrie- 
ben, habe ich nicht gesehen; dagegen aber jene, die er unter 
Julius ll. in Rom malte. Er hat manche im Vatican gemalt, 
die dem Papste nicht geliclcn und weggestrichen wurden. Raf- 
fael malte statt ihrer einige neue, liess aber die Grottesken. 
Nachher malte So doma im Palast Chigi, jetzt la Farnesina ge- 
nannt, manche andere Bilder, 'l'haten Alexanders des Grossen. 
Besser-ist dort die Verlobung der Roxane, als die flehende Fa- 
milie des Darius. Es ist darin nicht die Munterkeit, die An- 
muth, der Adel der Köpfe, der dem Geschmack Vinciis 
eigen ist, viel aber von seinem Hclldunkel, welches damals 
die Lombarden sehr liebten; es hebt sich darin die Perspective, 
gleichsam ihr Erbtheil, hervor, es sind heitere Bilderchen 
darin, manche mit Pfeilen schiessende Amoretten, und ein Ge- 
leite, das ergezt"). 
Bessere Werke jedoch lieferte er in Siena, Früchte seiner 
Studien in Rom und seines reiferen Alters. Die Erscheinung 
zu SÄAgostino dünkte einem überbergischen Künstler, der mir 
mit Bewunderung davon erzählte, ganz Leonardisch. Den 
gegeiselcen Christus im Franciseanerkloster hatiman den Mi- 
chelangelorschen Figuren vorziehen wollen. Darüber mö- 
gen Kunstkcnner entscheiden; darin sind Alle einverstanden, 
dass Razzi kein besseres Bild gemalt habe. Manche setzen 
ihm den heil. Sebastian an die Seite, der jetzt in der k. Gal- 
lerie ist und den man von einem alten Torso copirt glaubt, 
Die heil. Catharina von Siena in Ohnmacht, ein Wandgemälde 
in einer Capelle des, heil. Domcnico, ist RaffaeYisch 8); Pe- 
7) Diese reizenden Bilder sind im obern Stock der Farnesina, und 
werden gewöhnlich von Kunstliebhaberxx über den Raffaelßschen in 
den Imlern Sälen übersehen,  Q, 
85 Dieses Bild voll sanfietx Schmerzes und Anmuth ist unter den 
in Note 5 angegebenen Stichen, nach Gemälden, die siCh in 539118
        

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