Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei in Italien vom Wiederaufleben der Kunst bis Ende des achtzehnten Jahrhunderts
Person:
Lanzi, Ludwig Wagner, Adolph Quandt, Johann Gottlob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1283299
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1287189
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Zweites 
Buch. 
Die 
Siener 
Schule. 
Jucopo Pacchiarottos) hangt vor Allen an Pie- 
troßs Manier, obwol er weder aus seiner Schule ist, noch 
auch vor 1535 aus Siena gekommen. In diesem Jahre hätte 
er bei einem Aufstandc des Pöbcls gegen die Regierung, in 
welchem er einer der Häuptlinge war, sein Leben schmählich 
am Galgen geendet, hätten ihm nicht die Osservanti beigestan- 
den, welche ihn einige Zeit in einem Grabe verborgen hielten; 
von da begab er sich vorsichtig nach Frankreich, wo er mit 
Rosso zusammen arbeitete und gestorben seyn soll. Aus de,- 
Zeit seines Peruginischen Styls sind in Siena mehrere Zim_ 
mer- und Kirehengemiilde, besonders ein sehr schönes in der 
Kirche des heil. Christoph. ln den Wandgemälden zu S. Ca_ 
terina und S. Bernardino, die neben den besten Künstlern Sic_ 
na's gemalt sind, zeigt er sich auch als trelllichen Anordnen 
Dort wird der Besuch der heil. Catharina beim Leichnam der 
heil. Agnes von Montepulciano sehr gelobt, ein reichhaltiges 
Bild; und in ähnlichem Geschmack malte er mehrere andere. 
Gewiss scheint, dass er Raffael aufmerksam studirt; er hat 
Figuren und (Köpfe von einer solchen Lieblichkeic und so seht 
nem Antlitz, dass einige Kenner sie für Werke jenes grossen 
Künstlers der idealen Schönheit gehalten. Und doch ist Pac- 
chiarotto ausser seinem Vaterlande fast unbekannt, da V a_ 
sari nur im Vorbeigehen über ihn spricht, und seine Gemälde 
entweder Pietro's, oder der Sienler Schule Namen führen, 
Giannantonio Razzi, oder Ritter Sodoma hatte 
"gewiss das Siener Bürgcrrecht; ob er aber ursprünglich aus 
Vergelle, einem Siener Dorfe, oder vielmehr aus Vercelli in 
Piemont hcrstamme, darüber ist gestritten worden. Vagari 
sagt deutlich, er sei von einigen Geschiiftstrügern des edlen 
Hauses Spannocchi nach Sicna gebracht worden, macht ihn 
übrigens zu einem Verceller; und mit ihm stimmen Tizio, 
Giovio, Mancini und Alle, die vor Ugurgieri geschrie- 
ben, überein. Mich überzeugt davon auch das Fleisch, du 
6) So nennt ihn Baldinucci; Vasari aber erwähnt in Raz. 
zi" Leben einen Girolamo de! Pacchia, als Razzißs Mit- 
Werber; auch einen Gi omo, oder Girolamo del Sodomri, der 
jung starb; und diesen haben Orlandi und Bottari mit Pacchia- 
rotto verwechselt, da. e5r doch wol eher ein früh verstorbener Ge- 
seil Razziw seyn mochte. L-
        

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