Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei in Italien vom Wiederaufleben der Kunst bis Ende des achtzehnten Jahrhunderts
Person:
Lanzi, Ludwig Wagner, Adolph Quandt, Johann Gottlob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1283299
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1287137
Erster 
Zeitraum. 
Alten. 
Die 
279 
malt. Sie enthalten einige geschichtliche Momente der Stif- 
tung und christliche Liebeswerke an Kranken, Sterbenden, Aus- 
gesetzten. Vergleicht man sie unter einander, so sieht man 
den Maler wachsen und mehr, als ein anderer, der alten 
Trockenheit sich entziehen; Zeichnung, Fernen, Anordnung 
werden besser und regelmässiger; des Reichthums und der Man- 
nichfaltigkeit der Ideen, dieses durchgängigen Verzugs dieser 
Schule, nicht zu gedenken. Aus solchen Gemälden entnah- 
men Raffael und Pinturicchio viele Volkstrachten, wenn 
sie in Siena malten, vielleicht auch Andres; denn grosse Män- 
ner wissen auch das Mittelmässige zu benutzen. 
So war denn die Kunst allmälig in jenem Freistaate vorge- 
schritten, als sich neue Anlässe zu grossen Werken zeigten, wo 
sich gewöhnlich die Naturgaben zu entwickeln und zu bilden pfle- 
gen. Siena hatte dem heiligen Stuhle Pius II. gegeben, einen sein 
Vaterland sehr liebenden und grosssinnigen Bürger. Er versehünte 
es, wenn er da war, stets mit Gebäuden und allerlei andern 
Verzierungen; ja er hätte wol noch mehr gcthan, wenn er 
nicht, vom Undank des Pöbels erbittert, Rom seine Sorge und 
Wohlthaten zugewendet hätte 3') Unter den Verbesserungen 
des Siener Staats war auch diese, das er ihn um eine Stadt 
vergrösserte, nämlich Corsignano, seinen Geburtsort, welcher 
nachher von ihm Pienza genannt ward. Die neue Stadt er- 
hielt durch ihn eine andere Form und andere Gebäude, darun- 
ter auch dßll Dom- Er war schon 1462 aufgeführt, und ihn 
zu schmücken, lud er mehrere Maler Sienzvs ein, Ansano 
und Lorenzo di Pietro, Giovanni di Paolo, und sei- 
nen Sohn Matteo. lhr Styl war fleissig und kleinlich, ganz 
im Charakter jener Zeit, wo der Geschmack an Malerei von 
Land zu Land wvanderte, ohne dass sich leicht nachweisen 
liesse, wo er eigentlich begann, wo endete. Es ist aber, wie 
schon bemerkt, natürlich, dass in den zeichnenden Künsten 
der erste Schritt den zweiten und dritten bestimmt. Diese 
vier Maler werden im Verzeichnis aufgeführt, und Ansano, 
oder Sano gcniesst in einer gewissen Zeit die höchste Ach- 
tung. Irn Jahre 1422 hatte er über dem Römischen Thore 
l 
31) Der ltnl. Baumeister, den Pius II. in Siena. und Pienza brauchte, 
war Bernarüo Rossellini. S, Rumohvs halfen. Forsch. 
Tä. II. S. 177, 180  209. Q.
        

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