Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei in Italien vom Wiederaufleben der Kunst bis Ende des achtzehnten Jahrhunderts
Person:
Lanzi, Ludwig Wagner, Adolph Quandt, Johann Gottlob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1283299
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1287120
278 
Zweites 
Buch. 
Die 
Siener 
Schule. 
meistens einen bessern Schüler zu bilden, als er selbst ist. 
Unter allen ward die Familie Fre di, oder Bartoli berühmt. 
iln grossem Rufe, der im I4ten Jahrhundert begann, lebte ein 
Taddeo, der in den Handschriften Thaddaeus magislri Bar- 
tholi magistri Fredi (üfanfredi) von Vaterw) und Grossvater, 
nicht ganz unbekannten Künstlern, hiess. Diesem ward, als 
dem besten Maler seiner -__Zeit, sagt Vasari, die Capelle des 
öffentlichen Palastes zu malen aufgetragen, wo man noch einige 
Seenen aus dem Leben der Madonna icht; und 1414 der an- 
stossende Saal. Hier malte er, ausser etlichen heiligen Bil- 
dern, eine Galla-rie berühmter Männer, besonders Freistädter, 
und den Bürgern zur Lehre setzte er Lateinische und ltalie- 
nische Verse hinzu; eine indieser Schule häufige Zugabe! 
Das Beste an diesem Werke ist die Neuheit der Erfindung, 
Welche nachher, als er heilige Gegenstände malte, zum Theil 
von Pietro Perugino im Börsensaale zu Perugia benutzt 
ward. Uebrigens sind die Bildnisse ideal, und Sienisch geklei- 
de-t, gleichviel ob e Römer oder Griechen sind. Auch stehen 
sie nicht gut und fest. Andre Gemälde von ihm in Pisa und 
Yolterra, die Vasari nennt, werden erst zum Vorschein konh 
men; sehr erhalten ist das der Arena zu Padua auf der Tribune 
der Kirche. Man sieht darin den Handfertigen; wenig Verschie- 
denheit, und noch weniger Anmuth der Gesichter, schwache 
Tinten, Nachahmungen Giotto's, die neben dem Ürhilde 
verschwinden. Einige kleinere Gemälde machen ihm mehr 
Ehre, und die Nachahmung seines grossen Vorbildes Ambro- 
gio, das gemässigte, aber doch anmuthige Colorit dieser 
Schule treten mehr darin hervor; denn dießß Schule arbeitete 
damals, wie die übrigen in Italien, stets besser im Kleinen, 
als im Grossen.  
Taddeo's Manier ward anfangs von seinem Enkel und 
Schüler Domenico Bartoli befolgt, später aber verbessert 
und vergrössert. Gebildete Fremde betrachten mit Vergnügen 
mehrere Fresken, die er im Fremdensaale des Siechhauses ge- 
L 
39) In der Pfarrkirche S. Gimignano ist von ihm ein lvandbild 
von 1356 , Xund ein Bild auf Holz zu S. Agoslino rlaselbsl, von weil 
besserm Styl, sagt. Vusari, von 1388, wo P. della Valla 1358 
lizsei, L.
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.