Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei in Italien vom Wiederaufleben der Kunst bis Ende des achtzehnten Jahrhunderts
Person:
Lanzi, Ludwig Wagner, Adolph Quandt, Johann Gottlob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1283299
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1283978
Ueber 
Lanzfs 
liunstansiclnt. 
XXX! 
Mengs's Grundsätze hierüber sind in der Kürze 
diese, wie er sie ausführlich in den Betrachtungen über 
die Schönheit und über den Geschmack in der Malerei 
(Rzjlessioiti sulla lzellezza, e sul gusto della pimn-a. 
Opere da" AntJRaß Jllengs ec. pubbl. da D. GiusJVic. 
dvlzara 1. Pur.) auseinandersetzt. Unter Geschmack 
versteht Mengs die Empfindung, das Berühren der Sinne 
(S. 24  Der Geschmack bestimmt den Maler zu einer 
Auswahl  Was zwischen den äussersten Punkten 
liegt, ist immer das Gute und Beste. Nachdem nun M- 
vom grossen, mittlern und kleinen Geschmack gesprochen 
hat, spricht er auch von dem schönen, der das Aller- 
schönste in der Natur ausdrückt  Im VI. Capitel 
(Unterricht für Maler, um den guten Geschmack zu er- 
langen) sagt er, dass dazu zwei Wege führen; der eine 
schwierigere sei der, aus der Natur selbst das Zweckdien- 
lichste und Schönste zu wählen; der andere leichtere, es 
aus den Werken zu lernen, in welchen die Auswahl 
schon gemacht ist. Er empfiehlt sodann Raffael für den 
Ausdruck, Coreggio für das Amnuthige, und Tizian 
fiir die Wahrheit in den Darstellungen sich zu Mustern zu 
nehmen. Seite 77 sagt er ganz ohne Hehl: Schliesslich 
folgt aus alle dem Gesagten, dass der Maler, der den gu- 
ten Geschmack linden will, oder dasjenige, was der beste 
Geschmack sei, es aus diesen vieren kennen lernen muss, 
nämlich, von dem Antiken den Geschmack der Schönheit, 
von Baffael den Geschmack des Ausdrucks, von Co- 
reggio den des Gefälligen und Lieblichen,und vonTizian 
den Geschmack der Wahrheit, das heisst des Colorits t). 
Lassen wir nun aber hier auch noch ganz unberück- 
sichtigt, dass Ausdruck, Anmuth des Helldunkels und 
Wahrheit des Colorits bei jedem grossen Meister in einem 
innern Zusammenhange stehn, und also bei einem jedem 
 Mengsw Betrachtungen über die Schönheit und den Geschmack 
in der Malerei sind ursprünglich von ihm deutsch geschrieben: und 
in Druck erschienen. Da dieses Buch sich aber gänzlich vergriffen 
hat und ich es nicht bekommen konnte, sn habe ich mich an die Italie- 
nische Ueberselzilng hallen und aus dieser die ßngeführlen Stellen 
zurücküberaelzcix müslen.
        

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