Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei in Italien vom Wiederaufleben der Kunst bis Ende des achtzehnten Jahrhunderts
Person:
Lanzi, Ludwig Wagner, Adolph Quandt, Johann Gottlob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1283299
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1287084
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Zweites 
Buch. 
Die 
Siener 
Schule. 
und grosse Gemälde; sie überraschen aber nicht so wie die 
kleinen, welche Vorläufer des B. Angelieo scheinen, der ge- 
hörigen Orts gelobt wird. Ich habe nichts Aehnliches aus jener 
Zeit gesehen, und sie haben einen so volksthümlichen Charakter, 
dass man ihn nicht mit Giotto verwechseln kann; so ganz 
anderes Wesen, Colorit und Tracht ist darin! In diesem Ge- 
schmack ist ein Gemälde bei dem Bibliothekar der Universität 
zu Siena, Ciaccheri, wo Ambrogio einige seiner letzten malte, 
und Orcagni weit übertraf. Auch in Florenz war sein Sgyl 
berühmt, wo er seinen Freunden zu Liebe, die eine Probe da- 
von sehen wollten, in S. Procolo einige Geschichten des hei)_ 
Niklas malte, welche in die Abtei kamen. 
Der andere Sohn des Lorenzo hiess Pietro, und malte 
mit seinem Bruder die Darstellung und die Verlobung U. L. F_ 
im Siechhause zu Sieua, wo man las: .Hoc opus fecit Ph 
frus Laurentii et Ambrosius eius frater. .l335. Diese uns 
vom Ritter Pecci erhaltene Inschrift, der sie las, als 1720 
das Gemälde verdorben war, war sehr willkommen zu Verbes- 
serung des Vasari, derlin einer andern Unterschrift Petrus 
Laurati statt Laurentii geleen hatte. Er hielt ihn dess- 
halb für eincuganz andern, als AmbrogiMs Bruder, und, 
auf einige Aehnlichkeit, die er mit Giotto hat, gestützt, für 
dessen Schiller; da doch Pietro bei solchen Umgebungen, 
wie Vater und Bruder, wol nicht ausser dem Hause sich zum 
Maler gebildet haben würde. Doch hat er über diesen berühm- 
ten Siencr so vortheilhaft geurtheilt, dass man seine Billig- 
keit in Schutz nehmen kann. Von einem seiner Bilder in 
Arczzo sagt er, es sei besser gezeichnet und in einer Manier, 
wie keines zu Toscana bis dahin. Und an einer andern Stelle 
behauptet er: „er sei ein besserer Meister geworden, als Ci- 
mabue und Giotto." Konnte er mehr sagen? Lieber hätte 
man wol gesehen, er hätte ihn nicht zu Giottos Schüler, 
sondern zum Mitschüler in F. Mino's Schule gemacht (V11- 
sßri  II. p, 78. Sien. Ausg.) Ich gebe zu, dass Giotto 
nicht sein Lehrer gewesen, aber wie kann man ihn für seinen 
Mitschüler halten"? Gi0tt0's Gemälde lernt man zuerst vor 
1295, die von Pietro 1327 kennen. Und wo, wann, und 
wem lehrte denn F. Min-o die Malerei? Von Pietro ist auf 
dem Pisaner Friedhof das lieben der Väter der Wüste, wo
        

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