Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei in Italien vom Wiederaufleben der Kunst bis Ende des achtzehnten Jahrhunderts
Person:
Lanzi, Ludwig Wagner, Adolph Quandt, Johann Gottlob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1283299
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1287077
Erster 
Zeitraum. 
Die 
Allen. 
273 
cona und Assisi, waren Werke vom Ersten angefangen und 
vom Zweiten vollendet. In Siena sind einige ganz von Lip- 
11026), und der Beschreibcr von Pisa erwähnt eines in S Paoln 
nicht ohne Lob. In der frühem Ausgabe setzte ich noch als 
Bruder des Simone einen Cecco di Martino hinzu, wo- 
bei ich mich ohne weitere Untersuchung an die Chrouiken 
hielt. Bei näherer Ueberlegung jedoch, dass dieser um 1380 
malte, und um 11350 ein anderer minder berühmter Simon 
Martina, dal Cittadini genannt, lebte, finde" ich nicht 
rathsam, ihnen zu folgen. 
Einer andern ebenfalls ausgezeichneten Illalerfamilie Haupt 
war ein gewisser L0 rcnzo, liebkosend L orenzetto genannt, 
Vater eines Ambrogio, der desshalb von den Geschichtschrei- 
bern L orenzetti genannt wird. Ein grosses Werk von die- 
sem, wo er sich Ambrosius Laurentii unterschreibt, sieht 
man im öffentlichen Palaste, und man kann es auch ein mo- 
ralisches Lehrgcdicht nennen. Es werden die Fehler einer 
schlechten Regierung unter verschiedenen Ansichten und mit 
angemessenen Sinnbildern dargestellt; dabei sind Verse, welche 
Pligenschaften und Wirkungen erklären. Auch sieht man da 
die personiiicirten 'I'ugenden ebenfalls mit angemessenen Sinn- 
bildern; und das ganze Bild soll einen Staat von Herrschern 
und Beherrschten darstellen, die von keinem andern Geiste, 
als wahrer 'l'ugend, beseelt sind. YVären die Gesichter der Fi- 
guren manniehfaltiger, und die! Figuren selbst besser vertheilt, 
so würden sie die schönsten Gemälde des Friedhofs zu Pisa 
nicht beneiden 27). Siena hat von ibm mehrere andere Wand- 
26) Nämlich di Martino, oder Memmi. Q. 
27) Dies ist ein ganz erstaunenswiirdigex UYerk, in Simon's 
bildnerischer Dichtungsweise gedacht. Der Külwllßf Ämbrßlillä 
Laurenti fasste die Idee: Staat so grnssartig auf, wie S im 011 die 
Idee: Christenheit, oder Kirche. L ore nz ett0' s Bild it mehr feier 
lieh, einem Aufzuge ähnlich basreliefartig angeordnet, weniger grup- 
pirt und Ilandlung wlarstellenrl, als Sinronis (iemälde zu Florenz. 
An grossartigen edlen Formen sucht dies Bild seines Gleichen. Un- 
vergesslich ist mir und gewiss einem Jeden, der es sah, eine herr- 
liche Frauengestalt darin, in einem grünen, ungegürteten weiten 
unrl doch sich anschmiegcnden Gewande, Vlreniger anmuthig, als 
erhaben sind Laurentißs Werke und darum Sprechen sie wol sel- 
tener die Beßvhauer an, wie Lanzi meint, Ueher der beiden Lo- 
renzetti Werke s. Italienische Forschungen 2,. Tll. S. 99. Q; 
I, Bd. S
        

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