Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei in Italien vom Wiederaufleben der Kunst bis Ende des achtzehnten Jahrhunderts
Person:
Lanzi, Ludwig Wagner, Adolph Quandt, Johann Gottlob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1283299
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1287068
272 
Zweites 
Buch. 
Die 
Siener 
Schule. 
genheit des Gedankens, das Colorit und die Harmonie der Mi- 
niatur, die Angemessenheit und den Wechsel der Falten jß 
nach den Gegenständen erhebt, übrigens eine etwas rohe Zeich- 
nung, mehr wahre als schöne Köpfe, hässliche Hände rügt; 
Kennzeichen, die beinah jeder Schule jener Zeit eignen! Dass 
er auch in der Bildhauerei Verdienst hatte, vermuthet man 
aus einem Bildnis der Laure bei dem Florentiner Bindo Peruzzi 
mit der Aufschrift in Schriftzügen des vierzehnten Jahrhun- 
derts: Simon de Senis me fecit suö anno D. MCCCXLIIL 
Daraus ergieht sich deutlicher, warum Petrarca in seinem 
berühmten Sonett ihn eher dem Bildhauer Polyklet, als dem 
Apellesi, oder einem andern Maler vergleicht, wie Tassoni 
gewünscht hätte. S. P. d. Vull. Prosa p. 253. 24]. 
Simons hatte einen Schwager, Lippe Memmi, den 
er selbst in der Kunst unterrichtete. Wiewol dieser ihm nicht 
an Genius gleich kam, gelang ihm doch die Nachahmung Sei- 
nes Styls vortrefllich, und nach Anleitung seiner Zeichnungen 
malte er lllanehes, was man für seines Meisters Arbeit halten 
würde, wenn sein Name nicht darunter stünde. Ohne diese 
Hülfe war er in Erlindung und Zeichnung mittelmiissig, aber 
guter Colorist. Ein von Beiden gearbeitetes Bild ist in S. An- 
sano di Castel-vecchio zu Siena 15). Anderwärts, wie zu An- 
24) Flinige dichterische Ausdrücke in diesen Soneiien, in welchen 
Petra reiz mit Begeislerung vnn Simon M emmi spricht und von 
dem Bilde seiner gelieblen Lnnra, wo er sich mit Pygniallon ver_ 
gleicht und Poly k lels Werke weil. unter die Schönheit. die nein 
Herz eingenommen, herahselzt, haben zu der sonderbaren Vermu- 
thung Anlass gegeben, dass dieses Bildniss ein plastisches n'a-k 
könne gewesen seyn. Zwei Bildnisse in Basrelief, Laura und Petrareg 
vorstellend, haben dieses Vorgehen unterstützt. GrafCirngnara stell], 
hierüber in seiner Slorirz della scullura sehr ausführliche Untersu. 
chungen an V01. I. p._ 403  414, siehe Tmz. XLII. die AhhilvL 
_Tqu, XLI, sind die Basreliefs Petrurca und Laura. Ohne Zweifel 
sind diese Nlarnmrhililer blass nach den Originalporlraits später gear- 
heile: und die Originale waren Zeichnungen von Simon Memmin 
Hand. Q- 
25) Darauf steht A. D. 1333. Simon Martini et Lippus Illemrm" 
de Scnfs me pinxerunt. Jelzl ist es in der k, Gallerie zu F'l0reu1_ 
Wo man nicht Melnnii, sondern nur Lippo oder Filippo liesel, 
scheint es nicht immer von ihm zu verstehen. So ist der M, Fi- 
lippo, der 1308 eine Zahlung erhält, und jener Lippo, der 136i 
Gefährte eines andern Illnlers heissl. (L. scn. T- ll- p. 110.), wahr- 
scheinlich von Memmi verschieden, Dieser war jünger als der 
Bruder, und l nach Vasari, überlebte er ihn 14 Jnhr. L.
        

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