Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei in Italien vom Wiederaufleben der Kunst bis Ende des achtzehnten Jahrhunderts
Person:
Lanzi, Ludwig Wagner, Adolph Quandt, Johann Gottlob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1283299
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1287035
Erster 
Zeitraum. 
Die Alten. 
269 
selbst ausgebessert, sich nicht viel auf die Aehnlichkeit verlas- 
sen kann. Auch ist das Colorit mannichfaltiger, als bei den 
Giottisten, und so blühend, als wäre es Vorspiel zu dem des 
Baroeeioao). War er aber nicht Giotto's Schüler, so half 
er ihm doch vielleicht hie und da, oder bildete sich auch nach 
ihm, wie die grossen Maler immer die besten Meister zu Vor- 
bildern wählten. Daher er denn in der Peterskirche zu iiom 
seinen Styl treiilich nachahmte, und wegen dieses Verdienstes 
zum Papst nach Avignon gesendet ward, wo er starb  Das 
Bild im Vatican ist verloren; aber es sind noch andere in im- 
lien, und mehr als in Siena, zu Pisa und Florenz. Dort sind 
auf dem Friedhof mehrere Thaten des heil. Ranicri, und die 
so berühmte Himmelfahrt zwischen einem Chor von Engeln, 
welche in der That zu fliegen und die Siegesfahrt zu feiern 
scheinen. In dieser Art von Zusammensexzuugeri war Memmi 
trefflich, der vielen Wiederholungen in Siena wegen, glaube 
ich. Jetzt ist eine in S. Giovanni noch reichhaltiger, als die 
Pisaner, aber nicht schöner. Zu Florenz im Capitel der Spa- 
nier befinden sich grössere Werke, Geschichten Christi, des 
heil. Peters, des Martyrs, und der Orden der Prediger im Be- 
griif der Kirche zu dienen, die Neuerer zu bekämpfen, dem 
Paradiese Seelen zu gewinnen; eine wahre Poesie der Malerei! 
Vasari, dem alle Erfindungen MeuiniPs nicht wie die eines 
Meisters jener Zeit, sondern als des trefiliehsten neuem vor- 
kamen, lobt besonders die letzte. Und fürwahr, wenn die Zeit- 
rechnung es erlaubte, so möchte man sie für eine Eingebung 
Petrarca's halten. Aber das Bild wurde 1332 gefertigt, 
dagegen Simon erst 36 nach Frankreich ging; und was vom 
Bildnis der Laura in jenem Capitel gesagt wird, ist lauter Fabel. 
Andere zwar giebt es, nach jener Zeiten Brauche, von Päpsten, 
Herren, grossen Künstlern; siimmtlich sehr lebendig"). Er 
20) Ein mehr übertriebener Ausspruch!  
21) Angeblich 1344. Wenigstens wurden ihm am 4. August diese! 
Jahres in S, Domenico zu Siena Seelenmessen 56168611. Lell. im, 
T. II. p. 87. Q- 
22) Hier ist einmal wieder unserm Lnuzi die Feder mit der 
Hand und dem Kopfe davon gelaufen, indes sie anderemal bei Klei- 
nigkeiven slätisch wird. Was Laurws Blldllil auf der grussen alle- 
gorischen Compuailion in der Spanischen Capelle bei S. lviuria no-
        

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