Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei in Italien vom Wiederaufleben der Kunst bis Ende des achtzehnten Jahrhunderts
Person:
Lanzi, Ludwig Wagner, Adolph Quandt, Johann Gottlob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1283299
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1287024
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Zweites 
Üilch. 
Die 
Siener 
Schuyle. 
namige Maler gestört worden. Duccio malte seit 1282 (L, 
S. T0. I. p. 277.) und starb um 1340 (T. II. p- 69. W). 
Nun steigt die Gechichte an zu dem gefeierten Simon e 
Memmi, oder Simon di Martinow), dem, Maler der M3- 
rlonna Laura, Petrarcrs Freunde, von welchem er in zwei 
Sonetten gepriesen ward, welehe ihn unsterblich machen. Auch 
in seinen Briefen rühmt ihn der Dichter, wenn er sagt: duos 
ego nnvi pictnres egregios  Joctum florentinum civezlz, cuius 
inter modernas fmna ingens est, et igimanem seuensenz, womit 
er ihn zwar dem Giotto nicht gleichsetztc, dem er doppel- 
tes Lob ertheilte, sondern nur als den ersten nach ihm an- 
sieht. Ich glaube, er hätte an so schicklicher Stelle wol Iucti 
disdpulum nicht weggelassen, wenn cr dies gewusst hätte; er 
wuste es aber wol nicht, und so muss man zweifeln, dass er 
in Rom bei Giotto gelernt habe, wicwol Vasari es be- 
hauptet und sagt, man habe damals das Mosaik des Schiiileing 
gefertigt._ Die Siener widersprechen mit Recht; denn Simone 
war 1298 erst vierzehn Jahr alt m). So macht man ihn denn 
zu einem Schüler de Mino; und allerdings hat er viel von, 
dem genannten grasen Frescobilde; nur dass man, du er es 
17),S. Runznhrw Ital. Forsch. 171.2. S. 4. und Lett. um 11 g_ 
p. 60. 67. 75. Q. 
18) Martino war Sim0n'! Vater, Memmo, oder Guglielnfo 
der Schwiegervater, und in den Unterschriften der Gemälde nennt er 
sich bald von dem einen, bald von dem andern Ben voglien ti, L,  
Vergl. Lelt. sen. T. II. p. 78. 91. 97. 101. Mit Simon Memmo 
ist nicht Lippo di Memmo zu verwechseln, Lett. sen. T. 1[_ 
p. 107, Q. 
19) lrh gründe die Muthmassung auf Vnsari , der ihn 60 Jahr, 
2 Monate. 3 Tage alt im Jahr 1345 sterben läslt und seine Grab- 
achrift anführt. In den ächten Büchern den heil. Domenico van 
Sienn hat. man gefunden: Illlrgister Simon Mart-ini piclur mnrtuug- 
est in curia, cuius crequfaä fecimus - 1344. Da Vasari der 
VValirhrit mit dem Toilesjnhre so nahe gekommen, so darf man ihm 
auch hinsichtlich des Alters glauben. Mancini lässt ihn mnthmass- 
lieh, wie ich glaube, um 1270 geboren werden; demnach nimmt 
ihn P. dell a Val le für einen Zeitgenossen, ja Mitwerber und Nach- 
eiferer Giottß"! in Rom. Ich kann ihm nicht beistimmen, auch 
nicht zufolge einer Nachricht aus den Büchern des Siener Siechhau- 
sei, dass Simone 1344 in Siena gewesen, also einige Monate früher, 
als er zu Avignun am Hofe des Papstes starb, Ich glaube IClIWPV- 
lich, dass ein Mjähriger Greis sich xon Sienß mich Avignoxi begeben, 
Hallen wir uns an Vauari, so fällt die Schwierigkeit weg, weil 
Jiimuu, 1106i! lliehl Sechziger, eher lange lieiäen machen lronnte.
        

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