Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei in Italien vom Wiederaufleben der Kunst bis Ende des achtzehnten Jahrhunderts
Person:
Lanzi, Ludwig Wagner, Adolph Quandt, Johann Gottlob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1283299
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1287011
Erster 
Zeitraum. 
Die 
Alten. 
267 
war; Die Zeichnung jener ersten Zeit hatte durchaus mehr 
oder weniger etwas Griechisches, und Ugolino hing mehr, 
als billig, daran. Er malte Bilder und Capellen für ganz [ta- 
lien, sagt Vasari, begab sich nach seinen Reisen, wenn ich 
nicht irre, wieder nach Florenz, und starb endlich in Siena. 
Ein anderer Meister jener Zeit ist Duceio di B onin-  
segna, von welchem, als Erfinder einer neuen Gattung der 
Malerei, an einem andern Orte die Rede seyn wird. Tizio 
lässt ihn von Segna unterrichten, der heut zu Tage in Siena 
fast unbekannt ist. Jedoch muss er seiner Zeit sehr berühmt 
gewesen seyn, da Tizio behauptet, er habe in Arezzo ein 
Bildnis gemalt, welches er auserlesen und sehr berühmt nennt. 
Für Duccio führt er hernach folgendes Zeugnis an: Duccius 
Senensis inter eiusdem opzjficii arlifices ea lempestate prinza- 
rius; ex cuius qficinu, veluti ex equo troiano, pictores 
egregii prodierunt. Bezieht man nun dies eu tempesta- 
te auf 131] , als Giotto in Avignon war, so fertigte Duc- 
eio in drei Jahren das Gemälde, welches noch dort belind- 
lich ist und fast Epoche in der Kunst macht. Es ist sehr 
gross, wie es der Hochaltar der Mutterkirche forderte, wofür 
es bestimmt war. Auf die dem Beschauer zugewendete Seite 
stellte er grosse Figuren der Madonna und mehrere Heilige; 
auf die. welche nach dem Chore sieht, malte er in verschie- 
denen Feldern evangelische Geschichten mit vielen spannen- 
hohen Figuren. Pius ll. in seinen nie herausgekommenen Annali 
senesi berichtet, dass es 2000 Gulden kostete; Andere sagen, 
an 3000, nicht sowol an Ehrensolal de Künstlers, als an ver- 
schwendetem Gold und Ultramarin. Die Manier hat nach Al- 
ler Urtheil etwas Griechisches, ist jedoch höchst reichhaltig 
an Figuren und zwar den besten jener Zeit Duccio malte 
für mehrere Städte Toscanzfs, und für S. 'I'rinita in Florenz 
sendete er eine Verkündigung, "welche keinen Zweifel lässt, 
dass er aus Giottoßs oder seiner Schüler Schule hervorge- 
gangen," sagt Baldinucci dem Leser. Einem Beschauer dürfte 
er es nicht sagen; denn das Bild hat eine ganz andre Farbe 
und einen ganz andern Styl. Die Zeitrechnung selbst stimmt 
damit nicht, wenn sie anders nicht auch hier durch gleich-
        

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